Grünfink: Vegetarier mit grüngelbem Gefieder

Grünfink
Grünfink Foto: Eberhard Müller

Der Grünfink war vor einigen Tagen schon mal Thema dieses Blogs – aber es gibt leider keine guten Nachrichten über den kleinen Vogel. Bei der Stunde der Wintervögel wurde er deutlich seltener gezählt als früher, im Vergleich zu 2011 ist die Zahl beinahe um die Hälfte gesunken. In diesem Jahr landete der Fink bundesweit auf Platz sechs, hinter der Amsel, die aber doppelt so häufig gezählt wurde.

Der Grünfink in menschlichen Siedlungen

In der Ergebnisliste fällt zumindest dem Laien das Verschwinden des Grünfinks also noch nicht so auf, aber die Experten, die die Entwicklung seit einigen Jahren beobachten, sind besorgt. Denn der Grünfink ist eigentlich einer, der die Nähe des Menschen mag und häufig in Siedlungen zu sehen ist. Bei der diesjährigen Zählaktion gab es aber nur noch 1,8 Vögel pro Garten, was – 2011 waren es noch doppelt so viele.

Warum der Bestand des Vogels sinkt

Grund ist nach Ansicht der Biologen das Grünfinkensterben, das seit 2009 festgestellt wird. Ausgelöst wurde es von einer Infektion mit einem Parasiten, der vor allem an Vogeltränken, an denen im Sommer viele Tiere zusammenkommen. Der Erreger kann in dem Wasser mehrere Stunden überleben und auf diese Weise viele Vögel anstecken. Mehrere zehntausend Grünfinken sind Experten zufolge schon an der Infektion gestorben. Der Nabu bittet deshalb, solche Wasserstellen aus dem Garten zu entfernen oder die Gefäße täglich mit kochendem Wasser auszuspülen und mit frischem Wasser zu füllen.

Gefieder in Gelb und Grün

Der Grünfink (Carduelis chloris), der oft auch als Grünling bezeichnet wird, ist ungefähr so groß wie der Spatz. Sein Körperbau ist gedrungen, sein heller Schnabel kräftig. Die Handschwingen (so werden die äußeren Flügelfedern genannt) sind leuchtend gelb, der Bauch gelbgrün und der Rücken graugrün – beim Männchen ist die Farbe wesentlich intensiver. Einige Teile der Flügel sind grau und schwarz gefärbt.

Vorliebe für begrünte Hausfassaden

Unterwegs ist der Vogel vor allem in lichten Wäldern mit offenen Bereichen, zum Beispiel an Waldrändern, aber auch in der Nähe von Ufern. Sehr wohl fühlt er sich auch in menschlichen Siedlungen, in denen es Bäume, Hecken oder begrünte Hausfassaden gibt. Für die Brut nämlich benötigt der Grünfink dichtes Grün.

Ein Vegetarier, der Hagebutten liebt

Brutzeit ist zwischen April und Juni und der Nachwuchs, der nach etwa zwei Wochen schlüpft, wird von beiden Elternteilen gefüttert. Auf dem Speiseplan stehen Knospen und andere Pflanzenteile, Beeren (besonders Hagebutten) und vorgeweichte Samen – der Vogel lebt vegetarisch. Oft sieht man ihn auf dem Boden herumspazieren, wo er nach Samen sucht.

Konkurrenz wird verjagt

Im Winter frisst er vor allem ölhaltige Früchte und Samen, die ihm zusätzlich Energie liefern. Am Futterhäuschen macht er sich deshalb oft auch über das Fettfutter und über Meisenknödel her. Konkurrenz duldet er dann nicht – andere Vögel werden gnadenlos verjagt.

Der Winter ist die Zeit, in denen man Grünfinken oft in Gruppen sieht. Manchmal bilden sie große Schwärme, manchmal auch mit anderen Finken zusammen.

Der Grünfink singt wie ein Kanarienvogel

Wer den Gesang des kleinen Vogels hören möchte (er klingt ein bisschen wie der Ruf des Kanarienvogels), der sollte schon ab Januar die Ohren spitzen. Der Grünfink sitzt gerne hoch oben auf Bäumen oder Hausantennen und schmettert sein trillerndes, zwitscherndes „djüppdjüppdjüpp“ in die Landschaft.

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