Grüne Themen und Spitzenküche bei der Berlinale 2013

Auch bei der Berlinale 2013, die am 7. Februar beginnt, spielt die Natur eine große Rolle. Und zwar im Großen wie im Kleinen. Es geht um Umweltkatastrophen, um Nukleartests in der Wüste, um Wasserkriege und ums Essen. Glücklicherweise auf viele Filme verteilt. Doch der Reihe nach.

Berlinale 2013: Kochen und Gärtnern

Verliebte Muscheln, ein Gärtner, der dem US-Präsidenten Ratschläge fürs politische Klima gibt und eine Küche, die mit Schnecken zu tun hat, ohne sie zu kochen – wenn die Berlinale zum Kulinarischen Kino einlädt, wird es lecker. Und spannend. Und natürlich geht es dabei auch um Meisterköche. Die begleiten die Filmvorführungendes Kulinarischen Kinos mit speziell darauf abgestimmten Menüs.

Die Geschichte der Slow-Food-Bewegung

Einer der interessantesten Filme ist dabei die Weltpremiere von „Slow Food Story“. Das Werk von Stefano Sardo befasst sich mit der Geschichte der Slow-Food-Bewegung, die vor 24 Jahren von Carlo Petrini (Foto, rechts) gegründet wurde. Jeder Mensch, so sagte er einmal, habe ein Recht auf Genuss. Das sorgte für heftige Diskussionen und für großen Andrang auf die Bewegung, die eine Schnecke als passendes Symbol hat und zu deren Anhängern auch Prinz Charles gehört.

In Zeiten von Essen und Trinken „to go“ ist der bewusste, langsame Genuss zum puren Luxus geworden. Damit ist der Film heute aktueller denn je. Ganz passend dazu serviert  Hendrik Otto aus dem mit zwei Michelin-Sternen gekrönten Restaurant Lorenz Adlon Esszimmer im Kino des Martin-Gropius-Baus ein langsames Essen mit Blumenkohl, Kartoffeln und eingeweckten Pflaumen. Um mal einige der Zutaten zu nennen.

Ein Gärtner wird zum Weltretter

Der Film über die verliebten Muscheln, der sich mit der Zucht und der uralten Geschichte von Muscheln beschäftigt, wird von Nils Henkel aus dem ebenfalls doppelt sternenbekrönten Restaurant Lerbach in Bergisch Gladbach kulinarisch begleitet. Michael Hoffmann, Chef des Margaux, serviert das Menü zu „Being There – Willkommen, Mr. Chance“ von 1979, in dem der geistig etwas zurückgebliebene Gärtner Mr Chance (Peter Sellers) dem Präsidenten ein paar gärtnerische Worte sagt, die die Welt verändern.

Kino mit Spitzenköchen

Tim Raue (Restaurant Tim Raue) begleitet den Film „Jadoo“ über die indische Esskultur und  Kolja Kleeberg (Restaurant Vau) kümmert sich gleich um zwei Filme: „Red Obsession“ über Bordeaux-Wein und die legendäre Güter wie Château Margaux, Latour oder Petrus und „Perú Sabe: La Cocina, arma social“ über die Bedeutung der peruanischen Küche. Nach den großen Filmen laufen kurze Werke und es gibt Gespräche über reine Natur, Politik der Pflanzen und einiges mehr.

Die Welt nach Fukushima

Auch in anderen Bereichen der Berlinale 2013, die vom 7. bis zum 17. Februar läuft, spielt die Natur eine Hauptrolle. Etwa im Forum, in dem gleich mehrere Filme das Thema Erdbeben aufgreifen. „Roots“ von Kaoru Ikeya und „Cold Bloom“ von Atsushi Funahashi beschäftigen sich mit Fukushima  und in der Generation Kplus geht es in „Drei Kinder“ um die Folgen der Erdbebenkatastrophe von Haiti.  Spannend könnte außerdem die neue Reihe „Native“ werden: In 24 Filmen unterschiedlicher Länge geht es um indigene Völker auf der ganzen Welt.

Wissenswertes über die Berlinale 2013

Eröffnet wird die 63. Berlinale übrigens mit Wong Kar Wais Martial-Arts-Drama „The Grandmaster“, das außer Konkurrenz startet. Insgesamt gibt es viele Werke von Frauen und viele aus Osteuropa. Und politische Zeichen: So läuft im Wettbewerb der Film „Geschlossener Vorhang“ des verfolgten iranischen Regisseurs Jafar Panahi .  Fans des roten Teppichs kommen natürlich auch auf ihre Kosten: Stars wie Catherine Deneuve, Isabella Rossellini , Nicolas Cage, Ethan Hawke, Matt Demon, Anne Hathaway und Nina Hoss werden im Berlinale-Palast erwartet. Und vielleicht lässt sich auch George Clooney sehen. Der wohnt ja schließlich im Moment in Berlin.

Programm: www.berlinale.de. Tickets bekommen Sie ab 4. Februar online, in den Potsdamer Platz Arkaden, im Kino International an der Karl-Marx-Allee 33 und im Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24. Der Kartenvorverkauf beginnt jeweils drei Tage vor dem Spieltermin der Filme,  für Wettbewerbswiederholungen vier Tage vorher. Für die Vorführungen in den Spielstätten des Kulinarischen Kinos und für den Berlinale-Kinotag am 17. Februar beginnt der Vorverkauf ebenfalls am 4. Februar.

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