Woher der Gundermann seinen Namen hat

Gundermann
Blühender Gundermann Foto: Silke Böttcher

Der Gundermann ist eine Pflanze, die es in Berlin und Brandenburg noch ziemlich häufig gibt. Gerade jetzt färbt er manche niedrigen Wiesen zartlila. Beachtet wird er allerdings nur selten, denn er ist so klein, dass man ihn oft einfach übersieht. Dabei ist er, wenn man genau hinguckt, eine richtige Schönheit.

Gundermann blüht von April bis Juni

Das liegt vor allem an den eindrucksvollen lilafarbenen Lippenblüten, die in den Blattachseln am vierkantigen Stängel stehen und zwischen April und Juni zu sehen sind. Sie werden von Hummeln und Schwebfliegen bestäubt. Die gefiederten Blätter haben ein bisschen Ähnlichkeit  mit denen von Brennesseln, aber auch mit Efeublättern (was den botanischen Namen Glechoma hederacea erklärt – hedera bedeutet Efeu).

Ein Zwerg mit Ausläufern

Die Pflanze, die zu den Lippenblütlern gehört, wird ungefähr zehn bis maximal 20 Zentimeter hoch. Jedenfalls das, was nach oben ragt. Denn dicht über dem Boden bildet der Gundermann viele Ausläufer. Das macht ihn bei Gartenbesitzern nicht immer beliebt, denn auf diese Weise kann er sich ziemlich ausbreiten.

Die Nachbarn in Hecken und auf Wiesen

Gundermann liebt nährstoffreiche und feuchte Böden. Oft steht er an Ufern, ansonsten auf Wiesen, in Gebüschen und an Waldsäumen. Als Nachbarn mag er Brennesseln, Schlehen-Hecken und Holunder, auf Wiesen aber auch Löwenzahn und Wiesenschaumkraut.

Ein „Heckenkieker“, der heilen kann

Die Pflanze wird auch Gundelrebe oder Hederich genannt. Und wer über den Namen Gundermann stolpert, der ja ein bisschen wie ein menschlicher Nachname klingt, der sollte wissen, dass er vermutlich aus dem Mittelhochdeutschen stammt. „Gund“ heißt soviel wie „Geschwür“ – und das weist auf die Verwendung des Gundermanns gegen schlecht heilende Wunden hin. Sehr liebenswert finde ich aber auch noch den niederdeutschen Namen „Heckenkieker“ oder „Kiek daer’n Zaun“ – hier war der Standort der Namenspate.

Der Gundermann und seine Bitterstoffe

Interessant ist der Gehalt an Bitterstoffen im Gundermann (für Pferde, so habe ich gelesen, soll die Pflanze deshalb giftig sein). Die Bitterstoffe wurden früher zur Konservierung von Bier verwendet. Auch als scharf schmeckendes Gemüse und Gewürz wurde die Pflanze eingesetzt. Gegen die Pest und Hexen soll sie auch helfen – aber das ist eine andere Geschichte.

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2 thoughts on “Woher der Gundermann seinen Namen hat”

  1. Da ist er ja, der Gundermann ….
    Hier steht jetzt nichts darüber, dass wir Menschen ihn essen können. (Ich weiß es aus einem Buch über essbare Pflanzen).
    Im Gegensatz zum Giersch finde ich den Geschmack vom Gundermann ausgesprochen interessant. Ich habe ihn zum Frischkäse genommen und hatte die Bitterkeit nicht geschmeckt.
    Grüße von Agathe

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