Der Gesang des Hänflings

Hänfling
Hänfling

Der Hänfling, offiziell Bluthänfling genannt, gehört zu den ganz besonders prächtigen Singvögeln. Jedenfalls das Männchen, das mit seiner orangeroten Brust, dem rotbraunen Rücken, den scharzgefärbten Flügel- und Schwanzfedern mit weißem Rand und dem grauen Kopf wirklich sehr auffällig ist. Häufig begegnet man ihm nicht – in Deutschland steht er auf der Vorwarnliste, sein Bestand nimmt ab.

Der Hänfling liebt Büsche und Hecken

Dabei ist der Lebensraum des etwa 14 Zentimeter großen Vogels, der zu den Finken zählt und in ganz Europa mit Ausnahme von Nordskandinavien und Island vorkommt, ziemlich breit. Er lebt dort, wo es Büsche und Hecken gibt und fühlt sich in Parks, Gärten, auf Friedhöfen und auch auf Brachflächen sehr wohl.

Gefährdung durch Herbizide

Es ist die zu aufgeräumte Landschaft, vor allem aber der Einsatz von Herbiziden, die ihm zu schaffen macht, denn der kleine Vogel ernährt sich überwiegend von Acker- und Wildpflanzen und deren Samen – darunter Hirtentäschel, Löwenzahn, die Knoblauchrauke, Mädesüß, Sauerampfer und Distel. Mit viel Geschick löst er Samen und andere Teile von den Pflanzen ab. Nur währen der Brutzeit frisst er auch Insekten, Vorliebe dort sind Blattläuse.

Unterwegs in Gruppen

Auf Brachflächen können sich Hänflinge auch spezialisieren, wenn dort bestimmte Pflanzen in großer Zahl stehen. Dann sieht man dort manchmal kleine Gruppen des Vogels, die sich die Samen der Gewächse schmecken lassen.

Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen

Hänflings-Paare bleiben übrigens lebenslang zusammen. Trotzdem verzichten sie nicht auf eine ausgiebige Balz. Dabei spreizt das Männchen den Schwanz, sträubt das Gefieder am Kopf, lässt die Flügel hängen und dreht sich – das alles bei vollem Gesang. Nach der Paarung kümmern sich beide um einen Nistplatz, wobei das Weibchen die endgültige Entscheidung trifft.

Zwei Bruten pro Jahr

Sie ist es auch, die die Eier bebrütet, während sie vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Brutzeit ist zwischen März und Juli, der Nachwuchs braucht nur 14 Tage, bis er fliegen und etwa 20 Tage, bis er sich allein versorgen kann. Oft gibt es zwei Bruten pro Jahr.

Gesellige Vögel

Bluthänflinge sind gesellig und leben außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen. Im Winter bilden sie oft mit Stieglitz und Grünfink Schlafgemeinschaften. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Vögel sehr friedlich sind. Es heißt, dass sie sich sogar gegenseitig putzen!

Vergangenheit im Käfig

Mit Menschen hat der Hänfling (Carduelis cannabina) keine allzu guten Erfahrungen, denn noch im 20. Jahrhundert wurden viele der Vögel gefangen und im Käfig gehalten – weil sie so schön sind, vor allem aber, weil sie so schön singen. Ihr Gesang ist munter und zwitschernd (hier können Sie ihn hören).

Hänfling im Garten

Wer gerne einen Hänfling als Gast im Garten hätte, der sollte darauf achten, dass dort genug Wildpflanzen wachsen. Und vielleicht eine Vogeltränke aufstellen. Denn der kleine Vogel badet gerne!

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