Die Hasel blüht

Hasel mit Blüten
Hasel mit Blüten Foto: Silke Böttcher

Die Hasel steht in Blüte und bringt die ersten Farbtupfer ins Spätwintergrau. Und wer genau hinschaut, der sieht nicht nur die langgezogenen gelbgrünen männlichen Blütenstände, sondern auch die weiblichen Blüten, die man an den roten Narben erkennen kann. Das Foto zeigt einen Haselstrauch mit vollem Blütenschmuck.

Hasel: Trickreicher Frühblüher

Die Hasel ist einer der ersten Sträucher, die Blüten tragen. Sie verschafft sich einen Vorteil, indem sie ihre männlichen Blüten, die Kätzchen, schon im Herbst bildet. In der Zeit sind die Haselkätzchen grünlich, kurz und sehr fest – auch eisige Winter können sie so problemlos überstehen. Sobald es heller und wärmer wird, dehnen sich die Kätzchen in die Länge und die winzigen Blüten öffnen sich.

Wichtiger Nektar-Lieferant für die ersten Insekten des Jahres

In milden Wintern wie diesem blüht die Hasel schon Mitte Februar. Damit ist sie einer der ersten Nektar-Lieferanten für Insekten, die von den duftenden männlichen Kätzchen magisch angezogen werden.

Pollen wird mit dem Wind verbreitet

Für die Bestäubung allerdings braucht der Strauch die Insekten nicht. Er hat, wie schon erwähnt, sowohl männliche als auch weibliche Blüten (die Botanik nennt das Monözie, also Einhäusigkeit und meint damit, dass eine Pflanze Blüten beider Geschlechter trägt). Zur Verbreitung nutzt die Hasel den Wind. Ein einziges Kätzchen bildet bis zu zwei Millionen Pollenkörnchen, und die sind so winzig, dass ein leiser Windhauch reicht, um sie in alle Richtungen zu verteilen.

Einige davon landen auf den weiblichen Blüten und sichern die Vermehrung der Pflanze. Große Mengen werden mit dem Wind weitergeweht – zu anderen Haselsträuchern.

Schwere Zeit für Pollenallergiker

Für Allergiker indessen ist die Zeit der Haselblüte oft eine Qual, sie reagieren mit Niesanfällen und triefenden Augen auf die Pollenwolken.

Haselnüsse entstehen aus den weiblichen Blüten

Es dauert einige Monate, bis sich aus den weiblichen Blüten die Haselnüsse entwickeln. Anfangs sind sie hellgrün und mit einer Fruchthülle (Copula genannt) umgeben. Später, mit zunehmender Reife, nehmen die Nüsse die bekannte braune Farbe an.

Gesunder Energielieferant

Deren Inhalt ist zwar kalorienreich, aber äußerst gesund – er enthält Vitamin A, B, C, E, Kalzium, Eisen, Natrium, Phosphor und Kalium, außerdem Eiweiß und große Mengen einfach ungesättigter Fettsäuren.

Vögel und Eichhörnchen lieben Haselnüsse

Kein Wunder, dass auch viele Tiere eine Vorliebe für Haselnüsse haben. Eichhörnchen entwickeln viel Geschick als Nussknacker, aber auch Mäuse und Vögel mögen die Nüsse sehr. Ganz nebenbei betätigen sie sich auch als Gärtner: Die Nüsse, die sie als Wintervorrat vergraben und vergessen haben, können Wurzeln schlagen.

Lieblings-Standort der Hasel sind lichte Wälder und Hecken. Sie liebt Sonne und nährstoffreiche Böden, die ausreichend feucht und gut durchlüftet sind.

Hasel als Symbol für Unsterblichkeit, Glück und Frieden

Dass die Hasel als Holz- und Nuss-Lieferantin beliebt ist, wissen viele, aber sie spielt auch eine ganz andere Rolle: So ist sie ein Symbol für Unsterblichkeit und Glück, sie soll Frieden bringen und Wünsche erfüllen. Viele Wünschelruten bestehen deshalb aus Haselzweigen – und wer „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ kennt, der weiß, welche Talente in den Früchten stecken…

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