Winziger Kletterkünstler: die Haselmaus

Haselmaus
Haselmaus

Wenn man bloß  30 Gramm wiegt, dann ist der Stängel einer Blume eine Leiter und eine Himbeere eine Hauptmahlzeit. Und: Man kann sich unsichtbar machen. Bei der Haselmaus jedenfalls scheint das zu funktionieren. Man sieht sie so gut wie nie. Was allerdings auch daran liegt, dass der winzige Nager äußerst selten ist. Jetzt wurde er zum Wildtier des Jahres 2017 gekürt.

Die Haselmaus ist ein Winzling mit Vorliebe fürs Schlafen

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) ist etwa acht Zentimeter lang, inklusive ihrem buschigen Schwanz kommt sie auf  ungefähr 15 Zentimeter. Ihr Fell ist rostbraun mit einem weißen Kehlfleck. Eine Maus ist sie übrigens trotz ihres Namens nicht – sie gehört wie der Siebenschläfer zu den Bilchen, auch Schlafmäuse genannt. Und das mit der Vorliebe fürs Schlafen passt auch zur Haselmaus: Sie verbringt bis zu sieben Monate im Winterschlaf.

Den Winter verbringt sie als winzige Kugel

Dafür gräbt sie Löcher in lockeren Boden oder sucht sich frostsichere Baumhöhlen oder Nistkästen. Sobald sie den richtigen Ort gefunden hat, rollt sie sich zu einer winzigen Kugel zusammen und senkt ihre Körpertemperatur auf etwa null Grad. So verbraucht sie wenig Energie. Trotzdem hat sie, wenn sie im Frühling wieder aufwacht, die Hälfte ihres Gewichts verloren!

Eine Mäusewohnung in weitläufigen Wäldern

Lebensraum der Haselmaus sind weitläufige und buschreiche Mischwälder. Und dort hält sie sich  – wie sollte es auch anders sein – auf Haselsträuchern auf, denen sie ja nicht ohne Grund den Namen verdankt. Aber weil sie auch gerne Beeren frisst, kann man sie auch auf Brombeer-, Himbeerbüschen oder Ebereschen entdecken. Wer den Nager sehen möchte, sollte allerdings nachts kommen, denn am Tag schläft er in seinem Nest (Kobel genannt), das nicht viel größer ist als er selbst. Er nutzt aber auch gerne Nistkästen als Wohnung.

Geschickter Kletterer

Die Haselmaus bekommt ein- bis zweimal im Jahr bis zu fünf Junge, die sie ungefähr 40 Tage lang säugt, danach sind die Kleinen bereit, die Welt zu erobern. Und das tun sie ebenso geschickt wie die erwachsenen Haselmäuse. Sie sind erstaunliche Kletterkünstler, die sich nur selten am Boden aufhalten. Sie wuseln durchs Geäst von Sträuchern. Für ihr Federgewicht von maximal 40 Gramm sind auch die dünnsten Zweige von Büschen und Bäumen stabil genug.

Die Haselmaus braucht viel Platz

Dass die Haselmaus so winzig ist, bedeutet übrigens nicht, dass sie wenig Platz benötigt. Im Gegenteil: Ein für sie geeigneter Wald muss mindestens 20 Hektar groß sein, und diese Fläche reicht nur für 70 Tiere. Womit klar wäre, warum man nur so wenige der Nager sieht: Es gibt immer weniger ausreichend große Waldflächen in Deutschland. Die Kür zum Tier des Jahres ist denn gleichzeitig auch eine Mahnung, solche Gebiete zu erhalten.

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