Haubentaucher auf Berliner Gewässern

Haubentaucher
Haubentaucher Foto: Eberhard Müller

Wenn es um Kopfschmuck geht, ist der Haubentaucher einer der auffälligsten einheimischen Vögel überhaupt. Das Häubchen jedenfalls macht ihn unverwechselbar. Auf vielen Berliner Gewässern kann man ihm begegnen.

Der Haubentaucher ist so groß wie eine Stockente

Der Haubentaucher ist ungefähr 50 Zentimeter lang und damit etwa so groß wie die Stockente. Und die dunkelbraune Haube ist nicht, wie man vermuten könnte, nur ein Schmuck des Männchens. Auch Weibchen tragen sie, aber beim Männchen ist sie etwas länger und der Halskragen ist ausgeprägter. Das Foto zeigt links das Weibchen und rechts das Männchen.

Pracht- und Schlichtkleid

Wenn sie in der Balz- und Brutzeit ihr Prachtkleid tragen – etwa von Ende März bis Juni -, sind Haubentaucher auf dem Rücken schwarzbraun, an den Seiten rötlich und am Bauch grauweiß. Die Federn an Kopf und Nacken sind länger als sonst. Das Schlichtkleid, das die Vögel in der übrigen Jahreszeit tragen, ist weniger bunt und der Kragen deutlich kleiner oder fehlt sogar ganz.

Die Kopfoberseite ist schwarz, der Vogel selbst am Rücken dunkel und an der Vorderseite grauweiß. Interessant sind die Augen: Sie sind rot und haben einen orangefarbenen Ring.

Lebensraum See

Lebensraum des Haubentauchers, der in Deutschland häufig auch den Winter verbringt, sind gewässerreiche Gebiete mit Pflanzenbewuchs an den Ufern. Allerdings dürfen die Seen nicht zu klein sein – etwa zehn Hektar gelten als Minimum. Den Uferbewuchs braucht der Vogel, um zu brüten.

Eindrucksvoller Balztanz

Aber ich will nicht vorgreifen, denn vor der Brut kommt die Balz, und die ist beim Haubentaucher (er war übrigens Vogel des Jahres 2001) sehr eindrucksvoll. Die Vögel richten sich Brust an Brust auf dem Wasser auf, zeigen den Federkragen, schlagen mit den Flügeln und scheinen auf dem Wasser zu tanzen. Manchmal überreichen die Tiere dem Partner Futter oder Nistmaterial als Brautgeschenk. Die Balz kann manchmal schon im Winter beginnen, und wer sie einmal beobachten kann, der wird sie nicht vergessen.

Die Nester schwimmen auf dem Wasser

Gebrütet wird etwa ab Ende April, in warmen Jahren aber schon früher. Als Nistmaterial verwenden die Vögel Zweige und Schilf, das sie zum Teil vom Grund des Gewässers hervorholen (schließlich tragen sie nicht umsonst den Namen Haubentaucher). Das  bis zu 60 Zentimeter große Nest bauen sie am liebsten am Rand des Gewässers – auf dem Wasser. Manche schwimmen, andere werden an Pflanzen im Wasser befestigt.

Der Nachwuchs kann sofort schwimmen

Gebrütet wird im Wechsel, etwa einen Monat lang. Und sobald der Nachwuchs schlüpft, geschieht etwas Spannendes: Die Kleinen können sofort schwimmen und brauchen nur wenige Wochen, um tauchen zu können. Anfangs schwimmen sie aber nur selten, sondern sitzen meist auf dem Rücken der Eltern oder unter den Flügeln. Fürs Füttern brauchen sie beide Eltern: Einer ist Sitzunterlage, der andere reicht das Futter.

Gefahr durch gedankenlose Wassersportler

Trotz der Fürsorge der Eltern, die den Nachwuchs mit kleinen Fischen, Wasserinsekten, Kaulquappen und Schnecken füttern und immer in der Nähe sind, überleben viele Küken die ersten Wochen nicht. Wenn sie selbst schwimmen, droht Gefahr durch Raubfische und ansonsten durch Vögel wie den Graureiher. Auch der Mensch kann ihnen gefährlich werden. Das gilt vor allem für Wassersportler, die gedankenlos mit ihren Booten in die Uferzonen fahren.

Haubentaucher jagen unter Wasser

Haubentaucher ernähren sich vor allem von kleinen, maximal 25 Zentimeter langen Fischen, Krebsen und Wasserinsekten, und sie jagen unter Wasser. Meistens tauchen sie bis zu vier Meter weit und einen bis vier Meter tief. Wenn man sie auf einem See beobachtet, verschwinden sie manchmal von der Wasseroberfläche, um 20 Sekunden später an einer ganz anderen Stelle wieder aufzutauchen.

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