Der Hecht ist Fisch des Jahres 2016

 

Gerade wurde der Hecht zum Fisch des Jahres 2016 gekürt. Ein Geschöpf, das auch in Berlins Gewässern unterwegs ist und den Ruf hat, ziemlich aggressiv zu sein. Als geschickter Jäger gilt er auch.

Der Hecht: Entenschnabel und scharfe Zähne

Der Hecht (als Fisch des Jahres ist er Nachfolger des Störs) ist ein eindrucksvoller Fisch. Er wird bis zu einen Meter lang (die Weibchen sind größer als die Männchen), ist grün-braun gefleckt und hat einen flachen, langgezogenen Kopf mit einem Maul, das ein bisschen aussieht wie ein Entenschnabel. Darin sitzen bis zu 700 spitze Zähne. Die Rückenflosse trägt er sehr weit hinten am Körper, so kann er sich sehr schnell bewegen und die Richtung wechseln.

Lebensraum Schilf und Ufer

Lebensraum des Hechtes sind die Schilfränder von fließenden und stehenden Gewässern. Nur dort, wo die Uferbereiche intakt sind, kann man ihn sehen – und das ist auch einer der Gründe, warum er zum Fisch des Jahres gekürt wurde: Man will aufmerksam machen auf die Fischarten, die solche immer seltener werdenden Gewässerbereiche bewohnen.

Er frisst auch Artgenossen

Bei seiner Ernährung ist der Hecht (Esox lucius) nicht wählerisch. Er jagt Frösche, Vögel, kleinere Säugetiere und sogar Artgenossen, aber auch tote Fische verschmäht er nicht (was ihn zu einer Art Gesundheitspolizei des Wassers macht). Bei der Jagd ist der Fisch extrem schnell und geschickt. Er hält sich in Deckung und beobachtet mit seinen scharfen Augen die Umgebung. Sobald er ein Beutetier sieht, stößt er blitzschnell von unten zu. Er ist ein Kurzstreckenjäger – auf längere Verfolgungsjagden lässt er sich nicht ein.

Ein Fisch mit Schnappreflex

Der Fisch hat einen sogenannten Schnappreflex –  sobald sich im Wasser etwas bewegt, schnappt er zu. Das kann eine durchs Wasser gezogene Bananenschale sein, aber es gab auch schon Fälle, in denen Schwimmer gebissen wurden. Entgehen kann man solchen Begegnungen, indem man sich aus Schilfbereichen am Ufer fernhält. Diese Zonen sollte man allerdings ohnehin nicht betreten, weil sie Rückzugsgebiete für viele teilweise sehr seltene Tiere sind.

Angler machen sich den Schnappreflex mit Ködern zunutze. Allerdings ist der Hecht sehr kräftig und schafft es oft, den Haken mit Hilfe blitzartiger Bewegungen und heftigen Sprüngen wieder loszuwerden.

Weibchen werden umkämpft

Im Winter ziehen sich Hechte in tiefere Wasserbereiche zurück. Schon im November beginnen die Männchen, die Nähe der Weibchen zu suchen – dabei sind sie gegenüber ihren Geschlechtsgenossen teilweise äußerst aggressiv. Die Laichzeit beginnt ab März, auch dann kommt es immer wieder zu heftigen Kämpfen der Männchen.

Männchen in Gefahr

Nach der Paarung und dem Ablegen des Laichs an Unterwasserpflanzen müssen sich die Männchen in Acht nehmen. Es kommt relativ häufig vor, dass ein Hecht-Weibchen das kleinere Männchen nach der Paarung auffrisst!

Hecht-Nachwuchs: Früh übt sich…

Der Hecht-Nachwuchs schlüpft nach maximal 30 Tagen und beginnt sofort zu fressen – erst Plankton, aber bald schon jagt er nach kleinen Fischen. Aber er muss auch um sein Leben fürchten. Bis zu 90 Prozent der Jungtiere werden von eigenen Artgenossen aufgefressen. Gefährdet ist der Hecht trotz dieser Tatsache und dem vielerorts verschwindenden Lebensraum bisher nicht, aber die Bestände nehmen zumindest in manchen Gegenden ab.

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