Woher das Hexenkraut seinen Namen hat

Hexenkraut
Hexenkraut

Das Hexenkraut ist ein Gewächs für den zweiten Blick. Vielleicht auch für den dritten. Denn man kann es wirklich sehr leicht übersehen. Dabei ist es nicht nur hübsch, sondern auch noch sehr interessant. Was der Name ja eigentlich schon andeutet.

Das Hexenkraut ist mit der Nachtkerze verwandt

Die Pflanze gehört zur Gattung der Hexenkräuter und zur Familie der Nachtkerzengewächse. Ähnlichkeit mit der duftenden Verwandten mit den knallgelben Blüten hat sie allerdings nicht.

Große Blätter und kleine Blüten

Das Hexenkraut wird etwa 50 Zentimeter hoch. Das Auffälligste sind die ziemlich großen länglichen bis herzförmigen Blätter. Die Blüten wiederum sind klein, weiß und haben zwei Staub- und zwei Kronblätter. Der Blütenstand überragt die Blätter.

Vorliebe für schattige Plätze

Dass man die Pflanze leicht übersieht, liegt daran, dass sie vor allem in Wäldern wächst. Sie hat eine Vorliebe für schattige Plätze mit feuchten, lehmhaltigen Böden. Blütezeit ist zwischen Juni und August. Anschließend reifen die Früchte heran, die kleine Widerhaken haben und an Tierfell bzw. Kleidung hängenbleiben.

Was Circe mit der Pflanze zu tun hat

Auch wenn das Hexenkraut nicht besonders magisch aussieht – es wurde schon immer damit in Verbindung gebracht. Das zeigt schon der botanische Namen Circea lutetiana. Der erste Teil bezieht sich auf Circe, eine Zauberin aus der griechischen Mythologie.

Sie galt als Verführerin, die die Gefährten des Odysseus in Schweine verwandelte (und später wieder entzauberte). Und sie ist es auch, wer wir das Wort bezirzen (mit Charme umgarnen) verdanken.

Hexenkraut und Magie…

Wie die Verbindung zur Magie entstand, ist nicht so leicht zu ergründen. Vielleicht war es der früher meist sehr abgelegene Standort im Wald – er zeigte den Menschen an, dass sie sich verlaufen haben -, vielleicht die Klettenfrüchte, die ja auch an Menschen hängenbleiben und das mit „bezirzen“ irgendwie auch erklären könnten. Hinzu kommt, dass man der Pflanze früher eine erotisierende Wirkung nachgesagt hat.

Schutz gegen Unheil

Auf alle Fälle hat man das Hexenkraut früher als Schutzpflanze gegen Unheil und Verzauberungen genutzt, man hängte es zum Beispiel im Stall auf, um das Vieh zu schützen. Dass Frauen es früher auch für Liebeszauber genutzt haben sollen (sie trugen die Pflanze als Amulett, um anziehend zu wirken), ist eine andere Geschichte.

Heilpflanze und Salat-Zutat

Abseits der Magie hat das Hexenkraut aber immerhin Heilkräfte. Es wird für die Wundbehandlung genutzt, wirkt blutstillend und harntreibend. Dafür sorgen vor allem Inhaltsstoffe wie Oxalsäure und Gerbstoffe. Verwendet werden die Blätter, die man zu Tee, Umschlag oder Tinktur verarbeiten kann. Roh genießen kann man die Blätter auch – sie geben Salaten eine säuerliche, bittere Note. Wer Rheuma, Gicht oder Nierenprobleme hat, sollte aber aufgrund des hohen Gehalts an Oxalsäure lieber darauf verzichten.

Hexenkraut im Garten

Übrigens macht sich das Hexenkraut auch im Garten gut: Es verträgt Schatten und Feuchtigkeit und passt deshalb gut in schattige Ecken.

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