Hilfe für eine verletzte Sperber-Dame

Großstädte sind nicht unbedingt die idealen Lebensräume für wilde Tiere. Zu viele Straßen, zu viele Glasfassaden, zu wenig Ruhe und zu wenig Natur. Das gilt auch in einer so „grünen“ Stadt wie Berlin. Die Gefahren für Zugvögel waren vor kurzem schon Thema dieses Blogs. Aber auch die Daheimgebliebenen haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Ein Sperber musste das jetzt beinahe mit dem Leben bezahlen.

Absturz-Ursache für den Sperber: eine Glasscheibe

Der Greifvogel war in der Brüsseler Straße im Wedding vermutlich gegen eine Glasscheibe geflogen und hatte sich das linke Rabenbein, den stärksten Knochen im Schultergürtel, gebrochen. Deshalb konnte er nicht mehr fliegen. Aber er hatte Glück, denn Anwohner entdeckten ihn und brachten ihn zum Tierarzt. Der konnte allerdings nicht helfen und so landete die Sperber-Dame in der Nabu-Wildvogelstation. Ihre Chancen, bald wieder fliegen zu können, stehen gut. Gerade ist sie dabei, sich ein paar zusätzliche Pfunde anzufuttern – mit etwas Glück ist sie bald kräftig genug, um wieder ausgewildert zu werden.

50 Sperber-Brutpaare leben in Berlin

Unklar ist, ob das Sperber-Weibchen eine Berlinerin oder ein Wintergast ist. Das Tier war nach Information des Nabu nicht beringt. Insgesamt gibt es etwa 50 Brutpaare in Berlin, hinzu kommen Gäste aus Nordeuropa und Russland, die in der Stadt überwintern. Hier finden sie reichlich Nahrung. Sperber sind ausgezeichnete und sehr geschickte Flieger, die bei der Jagd nach Kleinvögeln sogar schon mal durch ein Vogelhäuschen fliegen. Ohne abzubremsen.

Sperber-Weibchen sind größer als die Männchen

Übrigens ist bei Sperbern das Weibchen deutlich größer als  das Männchen – die Flügelspannweite kann locker zweieinhalb Meter betragen! Ihr Gefieder ist auffällig gebändert – beim Männchen rötlich, beim Weibchen grau. Der Körperbau mit kurzen Flügeln und langem Schwanz ist bestens an die Jagd angepasst: Sperber sind keine pfeilschnellen, aber dafür sehr wendige Jäger. Bloß die vielen Fensterscheiben sind gefährlich – die Tiere bemerken sie oft viel zu spät.

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