Röhren und Kämpfen: Brunftzeit bei den Hirschen

Hirsch bei der Brunft
Hirsch bei der Brunft

Jetzt röhren sie wieder. Und wie! Wer im Moment in der Schorfheide oder anderen wildreichen Gebieten in Brandenburg unterwegs ist, der kann die Brunftrufe der männlichen Rothirsche überall hören. Sie melden damit lautstark ihren Anspruch auf die Hirschkühe an und signalisieren anderen Männchen, dass sie der Chef im Haus sind.

Hirsch-Brunft: Und ewig lockt das Weibchen

Normalerweise leben Rothirsche in Rudeln zusammen – es gibt männliche (Hirschrudel genannt) und weibliche (sie heißen Kahlwildrudel). Zur Brunftzeit aber ändert sich alles. Dann verlassen die älteren Männchen ihre Rudel und machen sich auf die Suche nach den Weibchen – manche Tiere legen dafür mehr als 100 Kilometer zurück. Allerdings locken die Weibchen oft mehrere Anwärter an, und dann bleibt es nicht beim lautstarken Röhren. Nur der stärkste Hirsch (Platzhirsch) kann sich paaren, und wer der Stärkste ist, wird mit Drohgebärden und Kämpfen ermittelt. Die Waffe der Männchen ist eindrucksvoll: ihr mächtiges Geweih. Der Kampf ist so heftig, dass einige Tiere tödliche Verletzungen erleiden!

Rehe und Hirsche gehören zu einer Familie

Zur Familie der Hirsche gehören übrigens Rot- und Damhirsch, Reh, Elch und Ren. Womit geklärt wäre, dass das Reh nicht das Weibchen des Hirsches ist, sondern eine Unterart der Hirsche (das männliche Reh wird Rehbock genannt).

Der Nachwuchs wird im Mai geboren

Die Brunft der Rothirsche in Brandenburg dauert ungefähr von Anfang September bis Ende Oktober. Es ist eine harte Zeit für die Männchen, die einige Wochen lang fast vollständig auf die Nahrungsaufnahme und das Schlafen verzichten. Nach der Paarung kehrt im Wald wieder Ruhe ein, das Röhren endet so plötzlich, wie es begonnen hat.

Der Hirsch-Nachwuchs kommt im Mai zur Welt. Am Anfang hat er noch weiße Flecken auf dem braunen Fell, die dafür sorgen, dass das Tier im Wald kaum zu sehen ist –  eine sehr wichtige Einrichtung, denn die Hirschkälber bleiben nach dem Säugen auf dem Boden liegen. Die Kühe sind allerdings nie fern.

Führungen zu Hirschbrunft-Revieren

Wer die Hirschbrunft einmal aus einiger Nähe miterleben möchte, der hat in Brandenburg gute Möglichkeiten. Glück haben kann man zum Beispiel im Glauer Tal im Naturpark Nuthe-Nieplitz oder im Wildpark Schorfheide. In Havelberg im Naturpark Westhavelland kann man Führungen buchen. Sie dauern zwei Stunden und kosten 14 Euro pro Person. Bitte wetterfeste Kleidung in gedeckten Farben und ein Fernglas mitbringen. Info und Anmeldung beim Natur- und Landschaftsführer Bruno Fabian, Tel.: 039387/129385.

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