Hommage an den Efeu

Efeublätter Foto: Carsten E. Böttcher
Efeublätter Foto: Carsten E. Böttcher

Es gibt Pflanzen, die man irgendwie mit Friedhöfen in Verbindung bringt. Efeu ist definitiv eine davon. Vielleicht, weil er oft auf Gräbern wächst – als immergrünes Symbol für das ewige Leben. Vielleicht aber auch, weil er gerne an (Friedhofs-)Mauern hochrankt.  Auch Bäume schätzt er sehr. Dass er ihnen dabei Schaden zufügen kann,  ist zwar ein Märchen, macht ihn aber auch nicht gerade beliebt.

Insekten und Vögel lieben den Efeu

Das gilt allerdings nur für die Menschen. Vögel und Insekten sehen das nämlich ganz anders. Denn der Efeu blüht ausgerechnet dann, wenn die Tiere ihn am dringendsten brauchen – im Herbst. Wenn kaum noch eine Blüte zu sehen ist, ab Ende August und bis in den Dezember hinein, trägt er die eher unscheinbaren gelbgrünen Blüten und versorgt die letzten Fliegen, Bienen, Schmetterlinge und sogar Marienkäfer mit Nektar. Und nach der Blüte sind seine blauschwarzen Kugelfrüchte ein Festmahl für Stare und Amseln.

Die Pflanze wird bis zu 200 Jahre alt

Efeu, den man an seinen eingekerbten Blättern gut erkennen kann, wird bis zu 200 Jahre alt. Wenn man ihn lässt. Dabei kann er ziemlich groß werden. Anfangs braucht er lange, später schafft er zwei Meter pro Jahr – und irgendwann erreicht er 20 Meter. Mit Schatten kommt er gut zurecht, seine Triebe wachsen der Sonne sogar davon.

Kein Schaden für Bäume

Die Vorstellung, dass Efeu die Bäume, an denen er hochwächst, „abwürgt“, ihnen Licht nimmt und den Bäumen durch die Haftwurzeln Wasser abzapft, hält sich so hartnäckig, dass manche Menschen die Pflanze sogar kappen. Dabei sind die Haftwurzeln ausschließlich Kletterhilfen, die Nährstoffe zieht sich der Efeu aus seinen ganz normalen Wurzeln, die in der Erde stecken. Große Bäume kommen mit Efeu problemlos zurecht, nur bei kleineren kann es gelegentlich passieren, dass der Efeu ihnen Licht nimmt.  Bei Mauerwerk ist die Lage ein bisschen anders, denn die kletternden Triebe des Efeus können  in Mauerritzen eindringen und so durchaus Schaden anrichten. Der BUND hat ein sehr interessantes Info-Blatt über den Efeu herausgebracht, das man im Internet lesen kann.

Heilmittel gegen Husten

Übrigens ist Efeu eine anerkannte Heilpflanze, die 2010 Arzneipflanze des Jahres war. Er hilft gegen Husten und Bronchitis. Allerdings sollte man mit Selbstmedikation vorsichtig sein, denn die Pflanze ist zwar heilkräftig, aber auch giftig. Die blauschwarzen Beeren sind deshalb absolut tabu für den Menschen, verwendet werden die Efeublätter. In einigen Medikamenten ist der Wirkstoff der Pflanze enthalten.

Efeu – ein Sinnbild der Treue

Die heute so verbreitete Abneigung gegen Efeu war unseren Vorfahren fremd. Die alten Griechen trugen früher Efeukränze, außerdem brachte mandas Gewächs mit den Gottheiten Dionysos und Apoll in Verbindung. Außerdem galt Efeu, der sich an andere Pflanzen „anschmiegt“, als Sinnbild der Treue…

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