Hopfen: Grüne Dolden fürs Oktoberfest

Hopfen
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In wenigen Tagen fängt das Oktoberfest in München an. Und die Pflanze oben spielt eine sehr, sehr wichtige Rolle dabei. Man könnte sogar sagen, dass es ohne sie gar nicht stattfinden könnte. Denn was wäre ein Oktoberfest ohne Bier? Und Bier ohne Hopfen? Eben.

Die Hopfen-Dolden sind sehr auffällig

Zum Bierbrauen wird der Echte Hopfen genutzt, der übrigens zu den Hanfgewächsen gehört. Die Blätter sehen ein bisschen aus wie Weinblätter, das Auffälligste an der Pflanze aber sind die hellgrünen Dolden, die auf dem Foto gut zu sehen sind und an Zapfen erinnern. Sie bilden sich aus den weiblichen Blüten und sind die Bestandteile, die beim Brauen genutzt werden. Der Echte Hopfen wird ähnlich wie Wein angebaut – vor allem in Süddeutschland kann man die Hopfengärten sehen, in denen die Pflanze an Drähten emporranken.

Mehr als Bier

Anfang September werden die Ranken abgeschnitten, die Dolden abgetrennt und getrocknet. Nicht nur als Rohstoff für Bier ist der Hopfen bedeutend (seine ätherischen Öle und Harze geben dem Getränk die Geschmacksnote)– er ist auch ein wirkungsvolles Heilmittel – antibakteriell und schmerzstillend. Er wirkt gegen Magenbeschwerden, Verstopfung, Herzbeschwerden, Nervosität, Schlafstörungen und Haarausfall. In vielen Beruhigungstees ist Hopfen enthalten. Seine Phyto-Östrogene werden aber auch gerne gegen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt (zum Beispiel als Tee).

Hopfenspargel – eine luxuriöse Delikatesse

Und Hopfen kann noch mehr. Haben Sie schon mal etwas von Hopfenspargel gehört? Das sind die überzähligen Wurzeltriebe des Hopfens, die im Frühjahr entfernt werden. Sie sind eine echte Delikatesse, die tatsächlich ein bisschen wie Spargel schmeckt. Weil die Ernte sehr langwierig ist, muss man für Hopfenspargel tief in die Tasche greifen. 100 Gramm kosten mindestens sechs Euro. Wer es probieren will: Im März und April bekommt man die Delikatesse zum Beispiel auf dem Münchner Viktualienmarkt.

Wilder Hopfen in Berlin

Es gibt auch eine Wildform des Hopfens, die auch in Berlin und Brandenburg wächst – er wächst an Waldrändern und in Gebüschen und hangelt sich manchmal auch an anderen Gewächsen nach oben. Bier wird aus ihm nicht gemacht, aber die jungen Sprosse kann man essen – kurz gekocht schmecken sie richtig lecker.

Übrigens: Wer erfahren möchte, wie Bier gebraut wird, der kann bei der Berliner Kindl-Schultheiss-Brauerei (Indira-Gandhi-Str. 66-69 in Alt-Hohenschönhausen) eine Führung mitmachen. Anmeldung unter Tel. 030/9609 679 ist erforderlich, die Besichtigung kostet sieben, die Führung mit Bierprobe zwölf Euro.

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