Hübsches „Unkraut“: der Hornsauerklee

Hornsauerklee
Hornsauerklee Foto: Silke Böttcher

Der Hornsauerklee ist so winzig, dass man ihn sehr leicht übersehen kann. Das Exemplar auf dem Foto brachte es nicht einmal auf vier Zentimeter Höhe – deutlich größer als 20 Zentimeter wird das Pflänzchen selten.

Hornsauerklee ist nicht mit dem Klee verwandt

Auch wenn die Blätter ähnlich aussehen: Der Hornsauerklee ist nicht mit dem Rotklee verwandt, sondern mit dem Sauerklee, dessen Verwandter gerne zu Silvester als Glücksklee verschenkt wird und dessen zweiter Verwandter, der Waldsauerklee, im Frühling lichte Wälder bedeckt.

Wärmeliebhaber im Garten

Der Hornsauerklee aber ist ein Sommerkind, das zwischen Mai und Oktober blüht und auch einen ganz anderen Lebensraum hat: Man sieht ihn in Gärten und auf Friedhöfen mit leicht sauren Böden, er gibt sich aber auch mit Fugen im Pflaster zufrieden. Wichtig ist, dass er genug Sonne und Wärme bekommt. Trockenheit macht ihm nicht viel aus, Frost aber verträgt er nicht. Kein Wunder: Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum.

Bei Gartenbesitzern gefürchtet

Mit seinen zarten, nicht einmal einen Zentimeter großen goldgelben Blüten mit fünf Blättchen (die sich nur bei Sonne öffnen) ist der Hornsauerklee ein sehr hübsches Gewächs, das mit seinen kriechenden Seitensprossen manchmal beinahe Teppiche bildet. Gartenbesitzer mögen ihn allerdings weniger, weil er sich leicht verbreitet und sehr anhänglich ist. Meist wird er weggezupft, bevor man ihn sich richtig ansehen kann. Wer ihn unbedingt loswerden will, sollte ihn mitsamt Wurzel herausziehen, bevor sich die Früchte gebildet haben. Mit Chemie sollte man ihm nicht zu Leibe rücken – Pestizide gehören nicht in den Garten.

Übrigens kann man die Pflanze auch als Ziergewächs kaufen, meist in der Variante mit rot angelaufenen Blättern.

Der Hornsauerklee „schießt“ mit Samen

Nach der Blüte entwickelt sich eine längliche, aufrecht stehende Kapselfrucht (das Horn, das im Namen steckt) mit winzigen Samen. Sobald sie reif sind, bläht sich die Kapsel und platzt am Blütenboden. Der Rückstoß, der dabei entsteht, schleudert die Samen aus der Kapsel heraus – bis zu 1,50 Meter hoch!

771 total views, 1 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis