Igel im Garten – jetzt erwachen sie aus dem Winterschlaf

Jetzt schnaufen wieder die ersten Igel durch Garten und Park. Sie sind aus dem Winterschlaf erwacht und wandern auf der Suche nach Wasser und Nahrung umher. Dünn sind sie geworden – während des Winters haben sie ein Viertel bis ein Drittel ihres Gewichts verloren. Viel Fressbares finden sie im Moment allerdings noch nicht, denn Igel ernähren sich hauptsächlich von Insekten.

Igel im Garten – wie sie überwintern

Für Igel ist der Garten ein sicherer Ort, um den Winter zu verschlafen (es sei denn, der Gartenbesitzer hat frei herumlaufende Haustiere). Meistens finden sie Schutz unter einem Reisighaufen oder in einem eigens für sie aufgestellten Igelhaus. Während der Schlafphase leben sie von ihrem im Herbst angefutterten Fettpolster.

Das Wunder Winterschlaf

Der Winterschlaf ist eines der großen Wunder der Welt – und das gilt nicht nur für Igel. Manche Tiere (zum Beispiel der Siebenschläfer) verschlafen mehr als die Hälfte des Jahres. Und wissen exakt, wann sie aufwachen müssen. Die Temperatur spielt eine Rolle, aber es kommt noch mehr dazu. Es scheint, dass Tiere eine innere Uhr haben, die den Stoffwechsel anregt und nach und nach dafür sorgt, dass die Körpertemperatur hochgefahren wird. Außerdem entscheiden die Energiereserven darüber, wann die Tiere aufwachen. Reichen die nicht aus, dann müssen sich die Tiere auch noch im Winter Nahrung beschaffen, um nicht zu verhungern.

Hilfe nach dem Aufwachen

Gartenigel mit Familienanschluss haben es am besten – jedenfalls wenn die Gartenbesitzer etwas von ihren Wintergästen mitbekommen haben. Dann gibt es nach dem Aufwachen menschliche Hilfe in Form von Katzen- oder Hundedosenfutter, Haferflocken oder Igeltrockenfutter. Auch ein hartgekochtes Ei nehmen die Tiere gerne an. Die Winterwohnung nutzen sie noch ein paar Wochen, bis es auch nachts frostfrei ist.

Stundenlanges Paarungsritual

Igel sind hauptsächlich in der Dämmerung aktiv, tagsüber sieht man sie nur selten. Meist sind sie allein unterwegs, denn sie sind Einzelgänger, die sich nur zur Paarungszeit zusammentun. Die beginnt Ende April, und wer in dieser Zeit im Garten Schnaufen und Fauchen hört, der wird womöglich Zeuge des oft mehrere Stunden anhaltenden Paarungsrituals. Und wer sich jetzt fragt, wie sich die Männchen bei der Paarung vor den Stacheln des Weibchens schützen, dem sei versichert: Die Stacheln können flach an den Körper angelegt werden.

Der Nachwuchs kommt blind zur Welt

Der Nachwuchs kommt nach 35 Tagen zur Welt – etwa zwischen Juni und September. Die Kleinen verbringen die ersten Lebenswochen in einem weich gepolsterten Nest in hohlen Bäumen oder Reisighaufen. Anfangs sind sie blind und nur etwa zwölf Gramm schwer. Stacheln haben sie gleich nach der Geburt, aber sie sind zu der Zeit noch ganz hell.

Igel im Garten: Hunde fernhalten

Übrigens ist das Stachelkleid zwar sehr effektiv gegen viele Fressfeinde – so mancher hat sich schon eine blutige Nase geholt -, aber es gibt genug Tiere, die einen eingerollten ausgewachsenen Igel töten können. Der Dachs zum Beispiel ist in der Lage, einen Igel aufzurollen und auch der Uhu ist kräftig genug, um dem Stacheltier gefährlich zu werden. Für Hunde gilt das auch – deshalb sollte man sein Haustier fernhalten, wenn man einen Igel im Garten hat.

Gegen Autoreifen haben die Tiere dagegen überhaupt keine Chance – etwa 500.000 Igel werden pro Jahr totgefahren, in einigen Bundesländern ist der Bestand der Tiere schon gefährdet. Das macht den Menschen zum gefährlichsten Feind der Igel.

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One thought on “Igel im Garten – jetzt erwachen sie aus dem Winterschlaf”

  1. Igel sind so nützliche und total putzige Tiere.
    Wir haben unseren Garten nach den Prinzipien der Permakultur angepflanzt. Für Igel und andere heimische Tierarten ein wahres Paradies.
    Ich freue mich jedesmal wenn ich einen Igel sehe.
    Allerdings können diese Tiere in der Nacht ganz schön Radau machen. Gelegentlich hört es sich so an, als wenn jemand im Garten herumschleiche.

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