Warum der Junikäfer auch Torkelkäfer heißt

Junikäfer
Junikäfer

Der Junikäfer gehört zu den Insekten, die bei Gartenbesitzern nicht wirklich beliebt sind. Das liegt an der besonderen Vorliebe seiner Larven für zarte Pflanzenwurzeln. Gerade ist der Käfer, der offiziell Gerippter Brachkäfer heißt, in der Berliner Natur unterwegs – manchmal in großen Scharen.

Der Junikäfer ist gesellig

Das Insekt, das zur Familie der Blatthornkäfer gehört, ist gesellig. Wo einer auftaucht, ist der nächste meist nicht fern. Manchmal sitzen gleich fünf oder sechs an einer Pflanze. Zu sehen sind sie allerdings meist in der Dämmerung oder nachts, tagsüber ziehen sie sich zurück. Die Tiere auf dem Foto saßen so unbeweglich an ihrem Pflanzenhalm, dass ich sie erst bemerkt habe, als ich direkt davorstand.

Ungeschickter Flieger

Aktiv werden sie erst, wenn die Sonne sinkt. Und dann wird klar, warum der Junikäfer auch Torkelkäfer genannt wird: Er torkelt im Flug, und es kann auch schon mal passieren, dass er versehentlich einem arglosen Spaziergänger ins Gesicht fliegt.

Kleiner Verwandter des Maikäfers

Der Junikäfer (Amphimallon solstitiale) wird etwa 13 bis 18 Millimeter groß – deutlich kleiner als sein Verwandter, der Maikäfer, der es auf stolze drei Zentimeter bringt. Sein Körper ist gelbbraun, der Halsschild ist meist etwas dunkler und behaart. Die Deckflügel sind gerippt und die Vorderbeine haben kleine Zähne.

Ein kurzes Käferleben

Sein Leben als ausgewachsener Käfer ist kurz. Meist beschränkt es sich auf vier Wochen. Das Männchen stirbt sofort nach der Paarung, das Weibchen legt etwa 35 Eier im Boden ab und stirbt ebenfalls wenig später.

Gefräßige Engerlinge

Die Larven, Engerlinge genannt, brauchen drei Jahre für ihre Entwicklung. Sie überwintern zweimal und verpuppen sich dann im folgenden Frühjahr. In der Larven-Phase ernähren sie sich von Pflanzenwurzeln und können großen Schaden anrichten, weil die betroffenen Pflanzen verkümmern und absterben.

Junikäfer: So wird man sie los

Wer das in seinem Garten verhindern will, sollte auf keinen Fall Pestizide einsetzen. Hier helfen Nützlinge, zum Beispiel Fadenwürmer (Nematoden), die man kaufen kann. Sie dringen in die lebenden Engerlinge ein und töten sie innerhalb weniger Tage.

Noch besser ist es, eine bunte Pflanzenvielfalt im Garten zu haben: Wo es viele (Wild-)Blumen gibt, tauchen schnell die unterschiedlichsten Insektenarten auf – und genug Vögel, um Schädlinge in Schach zu halten.

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