Warum der Kernbeißer auch Finkenkönig heißt

Kernbeißer
Kernbeißer

Der Kernbeißer ist ein prachtvoller Vogel. Er gehört zu den Finken, und wenn man ihm begegnet, fällt neben dem braun-bunten Gefieder sein großer, dreieckiger Schnabel auf. Damit kann der Kernbeißer tun, was sein Name schon andeutet: Kerne, Samen und Früchte mit harter Schale zerbeißen. Im Winter sind die Chancen, den Vogel zu sehen, am größten (siehe Foto).

Der Kernbeißer liebt Kirschkerne

Auf seinem Speiseplan stehen Kirschen (natürlich vor allem die Kerne), die Samen von Hainbuchen und Bucheckern. Im Winter und zeitigen Frühling ernährt er sich auch gern von jungen Trieben und Knospen.

Gewaltiger Druck des Schnabels

Kernbeißer
Kernbeißer

Er jagt aber auch nach Insekten und Larven. Für seinen Schnabel ist beinahe nichts zu hart – einen Kirschkern zerteilt er ohne große Anstrengung an der Seitennaht. Eine ziemliche Leistung, denn dafür ist ein Druck von 40 bis 50 Kilogramm nötig!

Wer ein Futterhäuschen im Garten oder auf dem Balkon hat, der kann dem Kernbeißer aber auch Sonnenblumenkerne und Erdnüsse servieren.

Rotbraun-beigefarbenes Gefieder

Verwechseln kann man den Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), der etwa so groß ist wie ein Star, eigentlich nicht. Sein Gefieder ist rotbraun-beige gemustert, der Kopf ist rostbraun, an den Flügeln trägt er Schwarz und der Nacken ist weiß. Auffällig ist auch die schwarze Maske rund um Augen und Kehle.

Der Schnabel verfärbt sich zur Brutzeit

Der kräftige Schnabel ist zur Brutzeit blauschwarz, ansonsten bräunlich. Männchen und Weibchen sehen übrigens sehr ähnlich aus.

Der Kernbeißer bleibt im Winter bei uns

Der Kernbeißer, der in ganz Europa vorkommt und nicht gefährdet ist, gehört zu den Standvögeln, die auch im Winter bei uns bleiben. Nur wenn er ganz im Norden brütet, zieht er im Winter ans nördliche Mittelmeer.

Brutzeit ab April

Die Balz beginnt teilweise schon im Februar, die Brutreviere werden ab März bezogen. Gebrütet wird zwischen April und Juni, meist in Laubbäumen, die die Vögel gut anfliegen können. Die Nester liegen dicht am Stamm.

Im Sommer selten zu sehen

Im Sommer sieht man den Vogel selten, er ist ziemlich scheu und wohnt überwiegend ganz oben in Baumkronen, sein Lebensraum sind Misch- und Laubwälder, aber auch Parks und Gärten.

Der Kernbeißer wird auch Finkenkönig genannt

Winter wagt er sich dagegen auf den Boden, um oft in kleinen Gruppen nach heruntergefallenen Samen und Früchten zu suchen. Und auch am Futterhäuschen lässt er sich sehen. Dort zeigt er seine andere, energische Seite – er setzt sich auch gegen andere Vögel durch. Vielleicht verdankt er dieser Eigenart auch seinen alten Spitznamen Finkenkönig…

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