Woher der Kiebitz seinen Namen hat

Kiebitz
Kiebitz

Der Kiebitz gehört zu den Vogelarten, die immer seltener werden. Der Rückgang ist so dramatisch, dass der Vogel in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Nach Angaben der Stiftung Naturschutzfonds ist der Bestand der Art seit 1996 um mehr als die Hälfte gesunken. Schuld ist – wie so oft – der Mensch.

Der Kiebitz liebt feuchte Lebensräume

Denn die Flächen, die der Kiebitz bewohnt – offene, feuchte, flache Grünlandbereiche, Weiden, Wiesen und Überschwemmungszonen – gibt es kaum noch. Sie mussten vielerorts der intensiven Landwirtschaft weichen. Und das hat Folgen, nicht nur für den Kiebitz, sondern auch für andere Wiesenbrüter.

Kecke Federtolle

Der Vogel, der etwa so groß wird wie eine Taube, ist an seiner Federtolle am Hinterkopf und an der schwarzen, grünlich schimmernden Oberseite und der weißen Unterseite mit dem schwarzen Brustband gut zu erkennen. Typisch ist auch der schwarze Streifen unter dem Auge.

Unverkennbarer Ruf

Auch sein Ruf ist unverkennbar. Der Kiebitz ruft nämlich seinen Namen. Mal chiu-witt, mal kie-wi, mal chä-chuit, mal auch nur wit-wit-wit, aber wer genau hinhört, weiß, wen er da vor sich hat. Zumal der Kiebitz gerne im Flug ruft.

Lieblingsnahrung des Vogels sind Insekten und Insektenlarven, außerdem Regenwürmer, Getreide sowie Früchte und Samen von Wiesenpflanzen.

Der Vogel brütet am Boden

Im Moment ist der Kiebitz (Vanellus vanellus) mit der Brut beschäftigt, das Nest hat er in einer Mulde auf der Erde gebaut. Dort bebrütet er die meist vier birnenförmigen Eier etwa vier Wochen lang. Die Küken sind Nestflüchter, die nur etwa 40 Tage brauchen, bis sie fliegen und sich selbst ernähren können.

Intensive Landwirtschaft bedroht den Kiebitz

Allerdings ist es immer schwerer für den Vogel, geeignete Brutplätze zu finden. Feuchte Wiesen werden trockengelegt und durch die intensive Landwirtschaft, die Äcker mit Dünger und Pestiziden behandelt, gibt es auf den Wiesen kaum noch Insekten. Eine zusätzliche Gefahr droht durch Fressfeinde wie Fuchs, Marder und Waschbär.

Naturschützer arbeiten mit Landwirten zusammen

In Deutschland brüten nach Angaben des Nabu maximal 100.000 Kiebitz-Paare. In Brandenburg ist das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe ein Schwerpunkt – dort gibt es etwa 60 Paare. Und deren Nester werden von Naturschützern sorgsam bewacht: Sie markieren die Gelege, damit sie nicht von Landwirtschaftsmaschinen zerstört werden. Mit den Landwirten wurde vereinbart, die Mahd-Termine nach den Brutzeiten zu richten – sie bekommen einen finanziellen Ausgleich dafür.

Mitmachen beim Nabu-Projekt

Der Nabu hat ein Projekt namens „Sympathieträger Kiebitz“ ins Leben gerufen, das Schutzmaßnahmen erarbeitet. Wer mag, kann sich beteiligen: Wenn man beim Ausflug einen Kiebitz sieht, kann die Beobachtung melden, ohne die Tiere zu stören (mit Angabe des Ortes und am besten auch mit Angabe darüber, welches Getreide etc. dort angebaut wird, zum Beispiel bei www.ornitho.de oder bei www.NABU-naturgucker.de). Ziel ist, festzustellen, welche Agrarlandschaften vom Kiebitz bevorzugt werden.

Hilfe für den Kiebitz

Wichtig ist die Erhaltung naturnaher Lebensräume – was nicht nur dem Kiebitz, sondern allen Tier- und Pflanzenarten hilft, außerdem die Renaturierung von Auen und die Wiedervernässung von Feuchtwiesen. Selbstverständlich sind Wiesen, auf denen der Kiebitz brütet, für Spaziergänger und deren Hunde absolut tabu. Gucken aber ist erlaubt. Wer einmal die eindrucksvollen Balzsflüge (ab März) gesehen und die wilden Kiebitz-Rufe dazu gehört hat, der wird dieses Erlebnis so schnell nicht vergessen.

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