Warum der Klappertopf auch Milchdieb heißt

Klappertopf
Klappertopf

Wie der Klappertopf zu seinem Namen kommt, merkt man, wenn man mal vorsichtig eine der Blüten schüttelt: Sie klappern… Die Pflanzengattung, von der es etwa 50 Arten gibt, kommt auch in Berlin und Brandenburg vor.

Der Klappertopf ist ein Halbschmarotzer

„Milchdieb“ wird die Pflanze auch genannt, und das hat einen Grund: Die Pflanze ist ein Halbschmarotzer, der dem Gras und anderen Pflanzen in seiner Nähe die Nährstoffe wegnimmt und dafür sorgt, dass sie nicht mehr so gut gedeihen.

Ein Regulierer auf der Wiese

Weil er selbst keine gut ausgebildeten Wurzeln hat, verbindet sich der Klappertopf mit Graswurzeln und zapft sie an, bis das Gras abstirbt. Naturschützer sehen das Gewächs deshalb als Regulierer – wo Gras verschwindet, finden andere, seltenere Gewächse Lebensraum und die Wiese wird artenreicher.

Viele Erscheinungsformen

Das Foto, das in einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Strausberg entstanden ist, zeigt vermutlich den Großen Klappertopf (weil die Art allerdings unterschiedliche Erscheinungsformen hat und auch Mischlinge bildet, ist das nicht ganz sicher). Er wird 20 bis 50 Zentimeter groß. Seine Blätter sind lang und leicht gezackt, bei den oberen Blättern sind die Zacken ausgeprägter.

Spektakuläre Blüten

Die gelben Blüten der Pflanze, die zu den Lippenblütlern gehört und mit der Sommerwurz verwandt ist, sind spektakulär, wer genau hinschaut, sieht an den Spitzen violette Zähnchen (beim Kleinen Klappertopf sind diese Zähnchen weiß). Blütezeit ist zwischen Mai und September.

Hummeln als Bestäuber

Bestäubt werden die Blüten vor allem von Hummeln. Anschließend entwickeln sich die bis drei Millimeter langen Samen, die dann später für das Klappern sorgen.

Der Klappertopf liebt nährstoffarme Wiesen

Lebensraum der Pflanze sind Wiesen und Halbtrockenrasen mit nährstoffarmen Böden. Mit Beweidung hat sie keine Probleme, mit feuchten Böden auch nicht – im Gegenteil, dort gedeiht sie besonders gut. Doch wo diese Flächen entwässert oder gedüngt werden, verschwindet sie, und mit ihm viele seltene Arten. Deshalb ist etwa der Große Klappertopf inzwischen selten geworden.


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