Kleine Braunelle: Lila Schönheit mit Heilwirkung

Kleine Braunelle
Kleine Braunelle Foto: Silke Böttcher

Wer beim Namen Braunelle an einen Vogel denkt, der hat Recht. Und wer an eine Pflanze denkt, ebenfalls. Tatsächlich gibt es einen kleinen Singvogel und einen Lippenblütler, die diesen Namen tragen, und sogar der wissenschaftliche Name, Prunella, ist bei beiden gleich. In diesem Text geht es um die Pflanzengattung, genauer um die Kleine Braunelle.

Kleine Braunelle: Kugeliger Blütenstand

Nur etwa zehn bis 25 Zentimeter hoch wird die Pflanze, die an ihrem kugeligen Blütenstand gut zu erkennen ist. Die einzelnen Blüten sind so spektakulär, dass man sie auf den ersten Blick mit denen von Orchideen verwechseln könnte. Bücken lohnt sich also für diesen Winzling! Die bläulich-violetten Blüten stehen in dichten Ähren mit Wimpern an den tragenden Blättern (siehe Foto).

Es gibt noch eine enge Verwandte, die Große Braunelle. Bei der kleinen sitzen die beiden oberen Laubblätter direkt unter dem Blütenstand, bei der großen sind sie weiter unten angeordnet. Die Blätter sind länglich und spitz zulaufend.

Regentropfen „verschicken“ die Samen

Blütezeit des Lippenblütlers ist zwischen Juni und Oktober. Sehen kann man sie vor allem an den Rändern von Waldwegen und manchmal sogar direkt darauf, außerdem auf Wiesen und in lichten Wäldern. Bestäubt werden die Blüten hauptsächlich von Hummeln. Anschließend reifen die Früchte heran – der künftige Fruchtstand ist schon während der Blütezeit zu sehen (der Teil mit den Wimpern). Bei Feuchtigkeit öffnen sich die reifen Früchte – Regentropfen lassen die Samen herausschleudern. Sie kleben zum Beispiel an den Hufen von Wildtieren fest und werden so verbreitet.

Kleine Braunelle als Heilpflanze

Weniger bekannt ist, dass die Kleine Braunelle auch Heilwirkungen hat. Sie enthält ätherische Öle und Gerbstoffe, die antibakteriell, blutstillend und krampflösend wirken. Früher hat man die Pflanze gegen Diphterie eingesetzt. Die Krankheit, einst auch als „Halsbräune“ bekannt, gab der Kleinen Braunelle vermutlich auch ihren Namen. Heute nutzt man die Pflanzenteile zum Beispiel gegen Halsentzündungen, Verdauungsprobleme und hohen Blutdruck.

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