Knoblauchduft in Berliner Wäldern

Berliner Bärlauch Foto: Silke Böttcher
Berliner Bärlauch Foto: Silke Böttcher

Kennen Sie Berliner Bärlauch? Den habe ich zum ersten Mal vor einigen Jahren an der Krummen Lanke gesehen. Besser gesagt, ist mir sein Duft in die Nase gestiegen, bevor ich ihn gesehen habe. In der Berliner Natur ist er inzwischen ziemlich häufig geworden. Offiziell heißt die Pflanze Seltsamer Lauch oder auch Wunder-Lauch, und sie bildet in Berlin an einigen Stellen knallgrüne Teppiche.

Berliner Bärlauch sieht aus wie Gras

Lauchgeruch im Wald – da denken viele sofort an Bärlauch. Aber den gibt es in Berlin nur sehr, sehr selten. Die Berliner Variante mit dem lateinischen Namen Allium Paradoxum riecht ähnlich, sie gehört auch zu den Lauchgewächsen, aber sie sieht  mit ihren langen, schmalen, grasähnlichen Blättern vollkommen anders aus als Bärlauch. Auch die Blüten unterscheiden sich sehr – beim Bärlauch sind sie sternförmig und erinnern mich immer ein bisschen an weiße Wunderkerzen, beim Berliner Lauch bilden sie hübsche weiße Glöckchen.

Ein Einwanderer aus dem Kaukasus

So schön er ist: Der Lauch hat einen entscheidenden Nachteil. Wo er wächst, lässt er kaum noch Platz für andere Pflanzen. Und das macht das Zwiebelgewächs zu einem Problem. Es ist ein Neophyt, ein Einwanderer aus dem Kaukasus, und breitet sich so stark aus, dass andere Frühjahrsblüher wie Windröschen oder Scharbockskraut keine Chance haben.  Aus manchen Wäldern sind sie schon verschwunden.  Der Nabu hat in den vergangenen Jahren schon mal zu Aktionen aufgerufen, dem Lauch mit Schaufel und Hacke zu Leibe zu rücken, doch an vielen Stellen wächst er weiterhin.

Berliner Bärlauch: lästig, aber sehr lecker

Es gibt übrigens eine sehr appetitliche Methode, den Bestand des Berliner Bärlauchs zu verringern: Bevor er blüht, kann man ihn nämlich essen. Man kann daraus Pesto machen oder die Blätter einfach mit Quark zu einer Art Zaziki verrühren. Der Geschmack der Blätter ist ähnlich wie Knoblauch oder Bärlauch, aber weniger intensiv.

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