Die Kornrade, ein seltener Schatz der Natur

Kornrade
Kornrade

Die Kornrade gehört zu den absoluten Schätzen der Natur. Eine Schönheit, die so selten ist, dass sie heute auf der Roten Liste der ganz besonders gefährdeten Arten steht. Schuld ist, wie so oft, der Mensch. Oder vielmehr die Art, wie vielerorts Ackerbau betrieben wird.

Die Kornrade liebt Getreide-Äcker

Denn die Kornrade wächst besonders gern auf Getreide-Äckern. Aber die modernen Techniken der Saatgutreinigung haben sie verschwinden lassen. Hinzu kommen der Einsatz von Mineraldünger und Herbiziden.

Alle Pflanzenteile sind giftig

Es hat einen Grund, warum die Kornrade früher gezielt ausgerottet wurde: Sämtliche Pflanzenteile sind stark giftig, die Pflanze war früher bei Landwirten sehr gefürchtet (nicht umsonst trägt sie in eeinigen Regionen den Namen Höllenkorn). Denn die Samen sind ähnlich groß wie die des Getreides und es war schwer, sie herauszufischen. Heutige Techniken sorgen dafür, dass die Samen gar nicht erst ausgesät werden.

Blume des Jahres 2003

Deshalb sieht man die Pflanze, die zu den Nelkengewächsen gehört (ihre Blüten haben tatsächlich Ähnlichkeit mit der Heidenelke oder der Karthäusernelke, sie sind allerdings deutlich größer) auch so selten. Noch in den 1960er Jahren war sie in Brandenburg sehr häufig. Um auf die Gefährdung hinzuweisen, wurde die Kornrade 2003 zur Blume des Jahres gekürt.

Große Blüten

Ursprünglich kommt die Kornrade vermutlich aus dem Orient und wurde mit Einführung des Ackerbaus nach Mitteleuropa gebracht. Die Pflanze wird etwa 60 bis 80 Zentimeter hoch. Ihre Blätter sind lang und sehr schmal. Die bis zu zwei Zentimeter großen Blüten sind rosafarben und zum Kelch hin beinahe weiß, einige Adern sind dunkel gefärbt. Auffällig sind die Kelchblätter, die über die Kronblätter hinausragen. Blütezeit der Kornrade (Agrostemma githago), die von Bienen und Schmetterlingen bestäubt wird, ist zwischen Juni und August.

Anspruchsloses Gewächs

Anschließend reifen die eiförmigen Früchte heran, die einst – wie schon erwähnt – mit Saatgut verbreitet wurden. Heute findet man die schöne Pflanze hauptsächlich auf Unkrautfluren oder extensiv bewirtschafteten Äckern. Dank ihrer bis zu 90 Zentimeter tiefen Wurzeln iann sie auch Trockenheit gut vertragen, und sie gilt allgemein als anspruchslos. Allerdings bevorzugt sie nährstoffreiche Böden mit freien Stellen, an denen die Samen keimen können.

Zeitweise war die Pflanze beinahe ausgestorben

Zeitweise war die Kornrade so selten, dass man schon befürchtete, sie sei ausgestorben. Aber nach weltweiter Suche fand man doch noch einige Exemplare und hat begonnen, sie zu vermehren. Heute kann man die Samen kaufen – sie ist in vielen Wildblumensammlungen enthalten. Wer sie aussäen will, sollte bedenken, dass die Samen Minusgrade zum Gedeihen brauchen – sie sollten also schon im zeitigen Frühjahr ausgebracht werden.

Heilwirkung und ein paar Mythen

Früher war die Kornrade auch als Heilpflanze sehr geschätzt, es heißt, dass schon antike Gelehrte wie Plinius sie kannten. Sie wurde gegen Warzen, Geschwüre, Würmer und sogar Krebs eingesetzt. Und ihr wurden noch mehr Fähigkeiten nachgesagt: Zu Kränzen geflochten und um Obstbaumstämme gewunden sollte sie verhindern, dass das Obst unreif vom Baum fällt.Und wenn man sich den Kranz auf den Kopf setzt, dann sollte man in der Lage sein, böse Absichten anderer Menschen zu erkennen. Als Heilpflanze findet sie heute nur noch in der Homöopathie Verwendung – als Mittel gegen Magenschleimhautentzündung.

Kornrade für den Garten

Wer die Kornrade im Garten anpflanze will, bekommt Samenmischungen zum Beispiel in Bio-Supermärkten, aber auch bei Spezialanbietern wie dem Hof Berggarten.

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