Der Kranichzug beginnt: Ausflug nach Linum

Kraniche
Kraniche im Herbst Foto: Eberhard Müller

Der Kranichzug in Linum ist ein atemberaubendes Spektakel. Bis zu 120.000 der Vögel des Glücks machen alljährlich in dem Gebiet nordwestlich von Berlin Rast auf ihrem Weg in den Süden. Wer einmal in den Abendhimmel geblickt und tausende laut trompetende Kraniche beim Einflug zu ihren Schlafplätzen gesehen hat, der wird dieses Erlebnis nie vergessen.

Kranichzug: Energie tanken für den Flug in den Süden

Im Frühling sind es die Störche, die Besucher nach Linum locken, im Herbst kommen die Kraniche, Wildgänse und Enten, die sich vor dem Weiterflug noch Energie anfuttern. Tagsüber suchen sie auf den abgeernteten Äckern in der Umgebung nach Insekten, Fröschen, Schnecken und Getreideresten.

Jungtiere sind gut zu erkennen

Wer genug Abstand hält (mindestens 200 Meter), der kann sie dabei gut beobachten: Die braungrauen Jungtiere mit ihrem rötlich-braunen Kopf. Und die Altvögel mit ihrer schwarz-weiß-roten Zeichnung am Kopf. Auf einigen Feldern ist viel los. Die meisten Vögel haben die Köpfe gesenkt und suchen nach Essbarem. Einige wachen über ihre Artgenossen, und sobald sie auch nur die geringste Störung bemerken, schlagen sie Alarm und die ganze Gruppe fliegt auf.

Die Tiere bitte nicht stören

Das verbraucht viel Energie – Energie, die die Kraniche für ihren langen Weg in den Süden dringend brauchen. Deshalb sollte jeder, der die Tiere beobachten möchte, viel Abstand halten, um sie nicht zu stören.

Abendlicher Einflug zu den Schlafplätzen

Abends kommt Unruhe in die kleinen und größeren Gruppen. Wenig später erheben sie sich in die Luft, vereinigen sich mit anderen Gruppen und fliegen dann mit lautem Trompeten zu den Schlafplätzen im Teichland Linum.

Höllenlärm aus tausenden Schnäbeln

Die Dämmerung ist ein guter Zeitpunkt, um von den Aussichtspunkten und Wegen im Teichland das Spektakel am Himmel zu beobachten. Von einer Seite kommen die Kraniche, von anderen Wildgänse und Enten, und alle kreischen, rufen, schnattern und trompeten. Ein Höllenlärm, der bei Naturliebhabern jedes Jahr große Begeisterung auslöst.

Führungen durchs Teichland

Auch Führungen werden angeboten – eine gute Gelegenheit, auch noch Spannendes über den Kranichzug und die Vögel selbst zu erfahren. Von heute bis zum 8. November gibt es immer freitags, sonnabends und sonntags am späten Nachmittag Führungen (Treffpunkt an der Storchenschmiede, Wanderstrecken zwischen zwei und vier Kilometern, Beitrag 8 Euro, Anmelde-Telefonnummer im nächsten Absatz).

Ganztagestouren in Linum

Wer die Kraniche lieber morgens ausfliegen sehen möchte, kann bei einer der Sonnabend-Führungen im Oktober mitlaufen. Um sieben Uhr geht es am S-Bahnhof Birkenwerder los, zwischen 7.45 Uhr und 10.45 Uhr kann man die Tiere beobachten,  anschließend geht es zu den Äsungsflächen und um 13 Uhr zurück zum S-Bhf. Birkenwerder. Teilnahme: 40 Euro. Außerdem gibt es viele Ganztagsführungen. Infos unter dem blau unterlegten Link. Anmeldung für die Touren unter Tel. 033922/50500 erforderlich. Bitte dunkle Kleidung und feste Schuhe anziehen.

Kranichzug und Infos in der Storchenschmiede

Die Storchenschmiede Linum (Nauener Str. 54) ist bis 8. November (und wieder ab 26. März 2016) mittwochs bis freitags von 10 bis 16 Uhr, Sa/So von 10-18 Uhr (Mo/Di Ruhetag). Eintritt: 1 Euro (Familie mit Kind). Anreise:  A 24 bis Ausfahrt Kremmen, durch Staffelde fahren, kurz vor Kremmen links in die Neuruppiner Straße einbiegen, etwa acht Kilometer weiter fahren bis nach Linum.

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