Das Geheimnis der Kratzbeere

Kratzbeere
Kratzbeere

Auf den ersten Blick sieht die Kratzbeere aus wie eine etwas merkwürdig geratene Brombeere. Der auffälligste Unterschied sind die schwarzblauen Früchte, die mit einer mehlartigen Schicht bedeckt sind, aber ansonsten die gleiche Form haben wie Brombeeren. Und tatsächlich ist die Kratzbeere eine enge Verwandte.

Die Kratzbeere trägt weiße Sternblüten

Das Gewächs wird etwa 30 bis 50 Zentimeter hoch und trägt Stacheln – sie kratzen, statt zu stechen, was auch den Namen erklären könnte. Die Blätter sind dreiteilig und die Blüten, die zwischen Juni und Juli erscheinen, sind große weiße Sterne mit fünf Einzelblättchen – wenn die Kratzbeere (Rubus caesius) blüht, ist sie wirklich kaum von der Brombeere zu unterscheiden.

Ich habe gelesen, dass sich die Pflanze in der wilden Natur auch mit Brom- oder Himbeere kreuzen kann, was das sichere Bestimmen dann vermutlich nahezu unmöglich macht. Erst wenn im Spätsommer die Früchte reif sind, verrät die Pflanze ihr Geheimnis.

Saure Früchte mit Heilkräften

Die Früchte sind übrigens essbar, aber sie schmecken deutlich weniger aromatisch als Brombeeren. Und sind ziemlich sauer. Gesund sind sie trotzdem: Sie enthalten Gerbstoffe, Pektin, Apfelsäure, ätherische Öle, Salicylsäure und Vitamin C. Der hohe Vitamingehalt war den Menschen schon in der Steinzeit bekannt, sie nutzten außerdem die Blätter als Zutat für Tee. Denn die Pflanze hat viele Heilkräfte – sie hilft gegen Durchfall und Blasenentzündungen, wirkt blutreinigend und schleimlösend.

Tee aus jungen Blättern

Wer sich selbst Tee herstellen möchte, sollte junge Blätter nehmen und sie an einem hellen, luftigen Ort trocknen. Dann einfach ein bis zwei Teelöffel davon mit heißem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und schluckweise trinken. Die Früchte sollten geerntet werden, wenn sie sich weich anfühlen.

Die Kratzbeere ist anspruchslos

Sehen kann man die Kratzbeere, die zu den Rosengewächsen gehört, an Waldrändern, in steinigen Laubwäldern, in Gebüschen an Gewässerufern, aber auch auf Lichtungen in Wäldern. Sie mag feuchte und nährstoffreiche Böden, ist aber nicht übermäßig anspruchsvoll. Auf alten Schuttplätzen fühlt sie sich ebenso wohl wie in Auwäldern. Und auch in Gärten gedeiht sie gut: Einfach einen nicht zu schattigen Standort wählen und dafür sorgen, dass der Boden nicht zu trocken wird.

Wem der Name Kratzbeere bekannt vorkommt: Die Pflanze liefert die Zutat für ein alkoholisches Getränk, das auch als Kroatzbeerenlikör bekannt ist.

Weitere Geschichten über Heilpflanzen

943 total views, 5 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis