Warum die Kreuzkröte eine so kräftige Stimme hat

Kreuzkröten-Paar Foto: Herwig Winter
Kreuzkröten-Paar Foto: Herwig Winter

Die Kreuzkröte ist ein Zwerg – aber ein wirklich lauter. Wenn ihr (oder eher dem Männchen) während der Paarungszeit im April und Mai danach ist, kann man ihren bellenden Ruf zwei Kilometer weit hören. In Brandenburg ist sie selten, aber mit Glück kann man sie sehen, zum Beispiel in den Naturparks Dahme-Heideseen und Niederlausitzer Heidelandschaft.

Die Kreuzkröte hält Winterruhe

Noch hält die Kreuzkröte (Bufo calamita) Winterruhe – sie hat sich im Boden eingegraben und verfällt in eine Froststarre. Wenn sie Mitte April aufwacht, beginnt das Konzert. Die Männchen suchen ein Laichgewässer und brauchen ihre kräftige Stimme dann, um das Weibchen zu rufen.

Eine gelbe Linie auf dem „Kreuz“ gab der Kröte den Namen

Bis zu zehn Zentimeter groß werden die Weibchen, die Männchen sind mit etwa acht Zentimetern etwas kleiner. Die Kreuzkröte ist damit nicht so groß wie die Erdkröte. Mit ihrer braunbeigen Farbe mit grüner Marmorierung kann sie sich ziemlich unsichtbar machen. Am auffälligsten sind die oft rotgepunkteten Warzen und die gelbe Linie in der Rückenmitte (der verdankt die Kröte ihren Namen – der Rücken wird ja oft als „Kreuz“ bezeichnet). Die Männchen haben außerdem eine große Schallblase.

Nachtaktiver Lurch

Der kleine Lurch ist überwiegend nachtaktiv, wer sie hören möchte, sollte am Abend zu den Laichgewässern kommen. Dann „singen“ die Männchen oft im Chor. Mit etwas Glück kann man sie auch sehen. Und wird staunen: Weil sie sehr kurze Beine haben, hüpfen sie nicht, sondern krabbeln.

Vorliebe für Brachflächen mit wenig Bewuchs

Lieblings-Lebensraum der Kreuzkröte sind Brachflächen und offene Gebiete mit wenig Bewuchs und, wenn möglich, mit Sand. Wasser braucht sie nur, um die Laichschnüre abzulegen. In einer einzigen Schnur stecken bis zu 4000 Eier! Dem Weibchen reicht für die Ablage sogar eine Pfütze. Allerdings besteht bei sehr kleinen Gewässern die Gefahr, dass sie austrocknen, was der Nachwuchs nicht überleben würde.

Die Kaulquappen ernähren sich von Algen, die in den Laichgewässern leben, die ausgewachsenen Kröten jagen Schnecken, Spinnen, Würmer und Insekten.

Die Kreuzkröte ist stark gefährdet

In fast allen Bundesländern gehört die Kreuzkröte zu den gefährdeten Arten, in Österreich ist sie vom Aussterben bedroht und in der Schweiz ist sie stark gefährdet. Besonders gefährdet ist sie durch Rekultivierung und Verbuschung von Brachflächen. Allerdings erobert sie sich schnell neue Lebensräume. Um ihr zu helfen, sollten die Flächen, die sie besiedelt, vor Verbuschung und Verschattung geschützt werden.


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