Krötenwanderung in Berlin und Brandenburg

Krötenwanderung Warnschild
Krötenwanderung - Warnschild Foto: NABU/H. May

Es ist ein Schauspiel, das sich jedes Jahr wiederholt. Sobald es draußen milder wird (also jetzt), machen sich überall Kröten und Frösche auf den Weg zu ihren Laichplätzen am Wasser. Es ist eine lebensgefährliche Krötenwanderung, die auch über Straßen führt und oft genug unter Autoreifen endet. Um den tausendfachen Tod der Amphibien zu verhindern, stellen Naturschützer Fangzäune auf und tragen Kröten und Frösche über die Straßen.

Vorsicht, Krötenwanderung!

Was die Tiere antreibt, ist Instinkt – sobald sie aus der Winterstarre erwachen, wandern sie zum Laichen in das Gewässer, in dem sie geboren wurden. Das ist seit Urzeiten so, nur heute kreuzen Straßen und Wege die Wanderrouten. Unterwegs sind die Kröten und Frösche  vor allem in der Dämmerung und bei leichtem Regen, wenn es nicht zu kühl ist. Also genau dann, wenn man sie auf der Straße besonders schlecht sehen kann. Warnschilder weisen deshalb auf die Orte der Krötenwanderung hin – wer ein solches Schild sieht, sollte besonders in der Dämmerung vom Gas gehen. Damit verhindert man nicht nur das Überfahren der Tiere, sondern auch den Luftzug, der eine Kröte durchaus in den Tod schleudern kann.

Fangzäune entlang der Straßen

Die sicherste Möglichkeit, die Amphibien zu schützen, ist der Fangzaun. Der wird in Wassergebieten entlang der Straße aufgestellt und hindert die Tiere am Überqueren. Sie wandern am Zaun entlang und fallen dann in die Eimer, die alle paar Meter in die Erde eingegraben sind. Naturschützer und viele freiwillige Helfer bringen die Kröten und Frösche dann auf die andere Straßenseite.

Etwa 3000 Zäune gibt es in Deutschland

In Berlin gibt es elf Fangzäune (unter anderem an der Großen Steinlanke und am Kreppfuhl), in Brandenburg 42. An der Großen Steinlanke zum Beispiel stehen zwei Zaunabschnitte von insgesamt 900 Metern Länge und etwa 50 Zentimetern Höhe mit 70 Fangeimern. Der Bereich wird vom Ökowerk betreut. Die Fangzäune haben großen Effekt: Ich habe gelesen, dass ohne Zaun bei einer Verkehrsdichte von nur 60 Autos pro Stunde auf einer Straße 90 Prozent der wandernden Amphibien überfahren werden. Bundesweit gibt es ungefähr 3000 Fangschutzzäune pro Jahr, und mit ihnen werden mehrere Millionen Tiere gerettet. Die Zahl der Zäune müsste allerdings noch viel größer sein.

Exkursionen zur Krötenwanderung

Wer gerne mal bei der Krötenwanderung zusehen und  Amphibien wie den Grasfrosch, den Bergmolch, die Erdkröte und den Moorfrosch sehen möchte, der kann am 29. März bei einer Amphibienexkursion des Nabu in Biesenthal (Kreis Barnim) teilnehmen. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Ende des Langerönner Weges (Wegeschleife) am Beginn des Naturschutzgebietes Biesenthaler Becken. Die Wanderstrecke ist fünf Kilometer lang, wer mitwandern möchte, sollte feste Schuhe und wettergerechte Kleidung tragen. Info: andreas_krone@t-online.de. Am 13. April (14.30 Uhr) gibt es einen Vortrag mit Exkursion zum Schutzzaun im Naturschutzzentrum Schleipfuhl, Hermsdorfer Str. 11a.

Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen zum Amphibienschutz

 

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