Krokus-Blüte: Bunte Teppiche in Berliner Parks

Krokuswiese Foto: Silke Böttcher
Krokuswiese Foto: Silke Böttcher

Noch sind sie ein bisschen dünn, aber mit jedem Sonnenstrahl blühen die Krokusse mehr auf. Sie sind mit die ersten Farbtupfer in der noch wintergrauen Stadt. Vor einem Jahr konnte man die ersten Krokus-Blüten erst Anfang April sehen – diesmal sind sie sogar ein bisschen zu früh dran. Aber wer wollte sich beschweren?

Krokus-Blüte in vielen Farben

In manchen Parks sieht man zur vollen Blütezeit ganze Teppiche aus weißen, lilafarbenen oder rosavioletten Krokus-Blüten. Sogar gelbe habe ich schon gesehen. Es ist eine bunte Mischung aus den unterschiedlichsten Krokus-Arten. Ungefähr 100 soll es geben. Die  weiße Wildform, crocus albiflorus, gibt es heute nur noch im Alpenvorland.

An anderen Orten, zum Beispiel am Zavelstein in Baden-Württemberg und im Schlosspark von Husum (Schleswig-Holstein), wachsen Krokusse in freier Natur, allerdings hat da wohl ursprünglich der Mensch seine Hände im Spiel gehabt. Inzwischen haben sich die Pflanzen aber selbst vermehrt. Übrigens gibt es auch Herbstformen des Krokus.

Bunte Wiesen im Botanischen Garten

Auch im Botanischen Garten Berlin gibt es Wiesen, die im Frühling über und über mit Krokussen bedeckt sind – ein wunderschöner Anblick. Und natürlich schmücken die Pflanzen mit den langen Blütenblättern und den auffälligen gelben Griffeln viele Gärten.

Die im Oktober gesetzten Zwiebeln haben den Winter im Boden verbracht und ausgetrieben, sobald es wärmer wurde. Wer die Pflanze im Garten halten will, sollte darauf achten, dass der Boden feucht, aber nicht staunass ist. Sollte es während der Blütezeit des Krokus kühl werden, schließt er die Blüten, um sich zu schützen. Bei Wärme öffnet er sie wieder und lockt die ersten Insekten des Jahres an.

Nicht verwechseln mit Herbstzeitlose und Safran

Ähnlichkeit hat der Krokus mit zwei anderen Pflanzen. Einmal mit der Herbstzeitlose, die aber einer anderen Familie angehört und im Herbst blüht. Und dann mit dem Safran, mit dem der Krokus verwandt ist. Die im Herbst blühende, intensiv duftende Pflanze mit violetten Blüten trägt in ihren Stempeln eines der teuersten Gewürze der Welt.

Kein Wunder: Die Stempelfäden müssen von Hand geerntet werden, und für ein Kilogramm Gewürz braucht man 100.000 Blüten. Ein einzelner Pflücker schafft gerade mal 80 Gramm pro Tag! Safran wird in der Mittelmeerküche und  auch in der indischen Küche eingesetzt. In sehr großer Menge ist Safran allerdings giftig.

Krokus-Blüten sind giftig

Die besonderen Würz-Fähigkeiten des Safrans hat der Frühlingskrokus nicht. Zum Kochen ist er ungeeignet, denn er enthält ein Gift, das Durchfälle und Magenbeschwerden verursachen kann. Für einige Tiere, etwa Hasen, ist die Krokus-Blüte sogar tödlich giftig. Auch Katzen und Hunde sollten sich fernhalten. Für den Menschen gilt: Angucken und dran freuen!

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