Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald…

Ohne diesen Ruf würde dem Frühling etwas Entscheidendes fehlen: das kraftvolle „kuckuck“, das auch den Letzten daran erinnert, dass der Winter jetzt endgültig vorbei ist. Natürlich sind die Absichten des Kuckucks ganz anders – mit seinem Ruf markiert das Männchen sein Revier und lockt Weibchen an. Und auch wenn das, was der Kuckuck später tut, dem Menschen moralisch nicht ganz einwandfrei erscheint, ist der Vogel ein ganz besonderes Tier.

Der Kuckuck ist so groß wie eine Taube

Der Vogel des Jahres 2008 ist nur ein Vertreter der weltweit 130 Kuckuck-Arten. Er ist ungefähr so groß wie der Turmfalke oder eine Taube, wobei man ihn deutlich seltener sieht, denn der Kuckuck ist ziemlich menschenscheu. Das Gefieder des Männchens ist (tauben-)grau und hat an der Unterseite eine hell-dunkle Bänderung, der Lidring der Augen ist gelb. Die Weibchen ähneln den Männchen, es gibt aber auch einige, deren Gefieder braun ist. Auf den allerersten Blick könnte man den Vogel mit einer Taube verwechseln.

Ein Vogel, der seine Eier in fremde Nester legt

Der Ruf des Kuckucks läutet die Paarungszeit ein, und wenig später legt das Weibchen die Eier. Das ist dann auch schon das Ende der Kuckucks-Ehe. Denn der Vogel baut kein eigenes Nest, sondern legt die Eier in die anderer Vögel. Immer nur eines pro Nest.

Die Jungvögel werfen ihre Geschwister aus dem Nest

Dass die Wirtsvögel viel kleiner sind als der Kuckuck, ist durchaus Absicht – dass sie das Ablegen nicht bemerken, ebenfalls. Neun Eier legt das Weibchen durchschnittlich, und das hat Konsequenzen für neun andere Vögel. Denn sobald der Kuckucks-Nachwuchs geschlüpft ist, wirft er die Stiefgeschwister aus dem Nest und übernimmt die Rolle des Einzelkindes. Zu den Vogelarten, denen der Kuckuck gerne Eier ins Nest legt, gehören das Rotkehlchen, die Bachstelze und der Zaunkönig, der im Vergleich zum Kuckuck ein Winzling ist.

Der Kuckuck fliegt 12.000 Kilometer weit in den Süden

Zu den Lebensräumen des Kuckucks gehören lichte Laubwälder, Flussniederungen, Moore und Heidelandschaften. Sträucher sind wichtig und Bäume als Sitzplatz ebenfalls. Allerdings ist er nur in der warmen Jahreszeit in Deutschland  – im Herbst fliegt er bis zu 12.000 Kilometer weit nach Afrika. Die Jungvögel machen sich schon Anfang August auf den Weg und kommen erst Mitte April zurück.  Um den Frühling einzuläuten. Kein Wunder, dass sein Ruf schon viele Lied-Dichter inspiriert hat – zu Werken wie „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald“ , „Der Kuckuck und der Esel“ oder „Auf einem Baum ein Kuckuck…“.

955 total views, 2 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis