Lachse in märkischen Gewässern?

Wer bei „Lachs in Berlin“ nur ans Essen denkt, der liegt ganz und gar falsch. Jedenfalls in dieser Geschichte. Denn die Fische, um die es hier geht, sind quietschlebendig und sollen es auch bleiben. Aber Moment mal: Lachs in Berlin?? Mir sind bisher noch in keinem Berliner Gewässer welche aufgefallen. Aber das könnte sich ändern.

Lachs-Zucht in Frohnau

In Frohnau, ganz oben in Berlin, wachsen in einem Keller Lachse vom Laich zu kleinen Fischen heran. Danach aber kommt die Herausforderung, denn Lachse werden auf ein bestimmtes Fließgewässer geprägt. Und diese Prägung ist lebenswichtig, denn die Tiere kommen später in exakt dieses Gewässer zurück, um sich fortzupflanzen. Die Lachswanderung gegen den Strom gehört zu den großen Naturwundern.  Zu beobachten, wie die Lachse selbst  Wasserfälle „hochwandern“, ist unglaublich.

Klare, saubere Bäche

Eines aber brauchen die Tiere ganz unbedingt, um zu überleben: klare, saubere Bäche oder Flüsse, in denen es ausreichend Sauerstoff gibt, genug Nahrung und Plätze, um zu laichen. Das ist einer der Gründe, warum Lachse seit den 1950er Jahren in Deutschland ausgestorben sind. Immerhin ist es 1997 am Oberrhein gelungen, wieder Lachse anzusiedeln. Was man tun könnte, damit die Fische auch wieder in Berliner und Brandenburger Gewässern laichen, erzählt Uwe Morgenroth am 8. März im Vortrag „Frohnauer Lachse brauchen klare Bäche“.

Renaturierung der Unteren Havel

Das allerdings ist eine große Aufgabe. Wenn man sich zwischen Beton eingezwängte Wasserläufe, Kanäle und begradigte Flüsse anschaut, kann man sich vorstellen, dass die Artenvielfalt dort nicht übermäßig groß ist – vom abgeladenen Großstadtmüll mal ganz zu schweigen. Deshalb sind die Gewässer, die so fließen, wie sie eben fließen, so wichtig, und nicht nur für den Lachs. Eines der schönsten ist die Schlaube (im gleichnamigen Ostbrandenburger Tal). Und ein weiteres wird gerade mit großem Aufwand renaturiert: die Untere Havel.

Zwischen der Havelmündung bei Gnevsdorf nahe der brandenburgischen Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt und der Stadt Pritzerbe geht es um die größte Flussrenaturierung Europas. Unter anderem sollen dort 15 Altarme wieder angeschlossen und 89 Hektar Auenwald etabliert werden. Deiche werden zurückgebaut und Überflutungsflächen wiederhergestellt. Was entstehen wird? Ein Paradies für Vögel, Biber und vielleicht auch den Lachs.

Wer sich für die Berliner Lachse interessiert, kann sich folgenden Termin vormerken: 8. März, 18 -19.15 Uhr, Centre Bagatelle, Zeltinger Str. 6, Frohnau. Eintritt: 5 Euro

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