Leinkraut auf der Unkrautflur

Echtes Leinkraut
Echtes Leinkraut Foto: Silke Böttcher

Das Echte Leinkraut gehört zu den Pflanzen, die die meisten Menschen schon mal gesehen haben. Eine Schönheit mit hell- und dunkelgelben Blüten, die zwischen Juni und Oktober blüht und auch in Berlin und Brandenburg zu sehen ist.

Leinkraut liebt steinige Böden

Die Pflanze ist auch unter den Namen Kleines Löwenmaul und Frauenflachs bekannt. Sie wird 20 bis 60 Zentimeter hoch und wächst vor allem dort, wo die Böden sandig und steinig sind – etwa auf Schuttplätzen und Unkrautfluren. Ihre hellgelben Blüten haben einen orangefarbenen Fleck auf der Unterlippe und tragen einen langen Sporn.

Nur kräftige Insekten kommen an den Nektar heran

Kinder lieben es, die Blüten an den Seiten zusammenzudrücken – dann öffnen sie sich, was den Namen Löwenmaul erklärt. Wobei sich die Natur etwas dabei gedacht hat: Die dunklere Unterlippe ist nach oben gewölbt und verschließt mit einer Art Gelenk den „Schlund“, in dem der Nektar steckt. Nur größere Insekten wie Hummeln und Bienen haben die Kraft (und einen ausreichend langen Rüssel), um an den Nektar zu gelangen. Erdhummeln machen es sich manchmal aber ganz einfach und beißen den Sporn auf. So kommen sie an den Nektar, ohne die Blüte zu bestäuben.

Samen werden mit dem Wind verbreitet

Nach der Bestäubung reifen die Früchte heran – und hier geht das Echte Leinkraut auf Nummer sicher: Eine einzige Pflanze bildet bis zu 32.000 Samen, die mit dem Wind, aber auch mit Hilfe von Ameisen verbreitet werden.

Schutz vor Alpträumen

Den Namen Leinkraut bekam die zu den Wegerichgewächsen gehörende Pflanze vermutlich, weil ihre Blätter denen des Leins sehr ähnlich sehen. Woher die Bezeichnung „Frauenflachs“ kommt, ist unklar – mein Pflanzenbestimmungsbuch erwähnt etwas von „alchemistischem Goldmachen“, mit dem dieser Name angeblich zu tun haben soll. Und wenn wir schon mal bei Mythen sind: Früher legte man Kindern, die nachts oft Alpträume hatten, Leinkraut-Pflanzen ins Bett – sie sollten vor den bösen Gedanken anderer Menschen (die, wie man glaubte, Alpträume verursachen) schützen. Außerdem badete man die Kinder in einem Leinkraut-Absud.

Heilpflanze gegen Verstopfung

Übrigens hat die Pflanze noch einen weiteren Spitznamen, einen nicht besonders feinen. Aber weil der einen Grund hat, nenne ich ihn trotzdem: Scheißkraut (pardon) wird die Pflanze in manchen Regionen auch genannt, weil sie gegen Verstopfung hilft. Als Heilpflanze wird sie außerdem gegen Hämorrhoiden, juckende Wunden und zur Entgiftung eingesetzt.

Leinkraut im Garten

Leinkraut ist auch als Gartenpflanze sehr dekorativ. Man kann sie entweder aus Samen ziehen (die sind etwa zwischen Juli und September reif) oder kaufen und setzt sie an einen sonnigen Standort mit humus- und nährstoffarmem Boden.

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