Live-Einblicke in die Turmfalken-Kinderstube in Weißensee

Junge Turmfalken bekommt man mit viel Glück vielleicht mal zu sehen, wenn sie dabei sind, das Fliegen zu lernen. Als winzige Federbälle sieht man sie allenfalls auf Fotos. Es sei denn, man schmuggelt eine Kamera in die Turmfalken-Kinderstube. Und genau das tut der Nabu seit sieben Jahren. Auf dem Gelände der Park-Klinik Weißensee steht der Kasten, in dem die Greifvögel alljährlich ihren Nachwuchs großziehen. Grund genug, ihnen mal beim Wachsen zuzugucken. Die Internet-Adresse finden Sie am Ende dieses Textes.

Turmfalken-Nachwuchs bei der Fütterung

Zwar haben technische Probleme verhindert, dass Neugierige die Eiablage live miterleben konnten, aber dafür gibt es jetzt Bilder in Kino-Qualität von den fünf Falkenkindern. Man kann  beobachten, wie sie mit Mäusen und kleinen Singvögeln gefüttert werden, die die Vogeleltern vorher sorgfältig für den Nachwuchs zerteilen. Oder man sieht sie mit ausgebreiteten Flügeln im Holzkasten herumlaufen – ein Versuch, sich etwas Kühlung zu verschaffen.

Einblicke ins Kinderzimmer der Greifvögel

Nicht immer sind die kleinen Turmfalken richtig zu sehen. Das liegt daran, dass sie sich bei windigem Wetter in einer Ecke ihres Kinderzimmers zusammendrücken. Wer den Live-Stream aufruft, sollte also ein bisschen Geduld haben – irgendwann tauchen die Jungvögel schon auf. Inzwischen sind sie nämlich schon wesentlich aktiver als am Anfang.

Die Kamera wurde vor Beginn der Brutzeit installiert

Um die Turmfalken nicht bei der Brut zu stören, wurde die Kamera schon mehrere Wochen vor dem Beginn der Brutzeit installiert. Wenn das Weibchen die vier bis sechs Eier abgelegt hat, bebrütet es sie 29 Tage lang.

Jungvögel mit weißem Daunenkleid

Noch stehen die Kleinen aus der Park-Klinik etwas wacklig auf ihren Beinen und tragen auch noch ihr weißes Daunenkleid. Das verlieren sie ungefähr mit vier Wochen (ein bisschen vom späteren Gefieder ist schon zu sehen), und wenig später verlassen sie schon das Nest. Die Eltern füttern sie danach noch ungefähr vier Wochen, und dann ist die kurze Kindheit der Turmfalken vorbei.

Am Freitag werden die Vögel beringt

Am Freitag (13. Juni) sind die kleinen Turmfalken groß genug, um beringt zu werden (das geschieht ungefähr im Alter von 20 Tagen – die Ringe am Fuß enthalten Informationen über das Tier und seine Herkunft und sollen Erkenntnisse zur Entwicklung von Vogelpopulationen bringen).

Turmfalken sind an den Menschen gewöhnt

Dass Berlin die Hauptstadt der Turmfalken ist, war ja schon Thema dieses Blogs. Die Vögel sind sehr anpassungsfähig und haben sich längst an die Nähe des Menschen gewöhnt. Nisthilfen an Bauwerken nutzen sie gerne, ebenso Vorsprünge und Nischen, die groß genug sind für die Turmfalkenfamilie.

Live-Stream des Nabu

Wer die Weißenseer Falken beim Großwerden beobachten möchte: Der Live-Stream mit den erstaunlich scharfen Bildern st unter http://berlin.nabu.de/projekte/TurmfalkenvorderKamera/2014/ zu erreichen.

Übrigens: Wer mag, kann für 125 Euro Pate für einen der fünf kleinen Turmfalken werden und darf ihn dann sogar kennenlernen. Unter folgendem Link finden Sie ein Formular für künftige Paten.

 

Weitere Geschichten über Greifvögel:

Das Geheimnis der Gabelweihe

Schneller Berliner: der Wanderfalke

Schreiadler

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2 thoughts on “Live-Einblicke in die Turmfalken-Kinderstube in Weißensee”

  1. Guten Abend,
    Ich bin der Küster von der Zarpener Kirchengemeinde,
    bei uns im Turm brüten die Turmfalken.2015 wurden 4Junge,2016 5 Junge groß gezogen . Ich kümmer mich einwenig um die KÄsten. Nun wollen wir eine Kamera installieren. Könnte sie uns Tipps geben? Welche Kamera,bekommen wir Zuschüsse???? WLAN und Strom sind vorhanden.
    Vielen Dank
    Klaus Gutermuth

    1. Hallo, Herr Gutermuth,
      es ist eine tolle Idee, eine Kamera zu installieren!
      Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an den Nabu, der die Turmfalken-Kinderstube in Weißensee zusammen mit der Klinik betreut. Dort kann man Ihnen ganz sicher Auskunft über Kamera und Zuschüsse geben. Ansprechpartnerin der Bezirksgruppe Pankow ist Karin Koch (kkoch@nabu-berlin.de, Tel. 030/986 08 37-0. Vielleicht ist ja sogar eine Kooperation mit dem Nabu in Brandenburg möglich.
      Herzliche Grüße
      Silke Böttcher

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