Der Mäusebussard und die Katzen

Mäusebussard
Mäusebussard

Manchmal kann man den Mäusebussard hören. Ein klagendes „Hiiiaaa“ hoch oben am Himmel – und wer den Blick hebt, der kann den Greifvogel auch sehen. Sehr häufig ist er in Berlin allerdings nicht. 2017 wird ihm als Greifvogel des Jahres etwas mehr Aufmerksamkeit zuteil.

Der Mäusebussard: Deutschlands häufigster Greifvogel

Bei der Stunde der Gartenvögel 2014 landete der Bussard auf Platz 36, noch vor Turmfalke und Grünspecht. In Deutschland ist er der häufigste Greifvogel. Zuhause ist er in ganz Europa, nur im Norden Skandinaviens gibt es ihn nicht. Mit Frost aber hat er kein Problem, denn er zieht im Winter nicht in den Süden.

Ein Gefieder von fast weiß bis beinahe schwarz

Der Mäusebussard wird ungefähr 55 Zentimeter groß und bringt es auf eine Flügelspannweite von bis zu 1,30 Metern. Seine Farbe beschreiben zu wollen ist kompliziert, denn es gibt ihn in allen möglichen Variationen zwischen fast komplett weiß bis beinahe schwarz. Am häufigsten aber sind Brauntöne. Die Spitzen der Schwingen sind dunkel gefärbt, der Rest des Körpers trägt meist ein hell-dunkles Muster. Der Schnabel des Bussards ist dunkel und wird zum Kopf hin heller und oft gelblich.

Was es mit dem „Katzenadler“ auf sich hat

Seinen Namen verdankt der Mäusebussard den mittelhochdeutschen Worten „Buse“ (für Katze) und „Aar“ (für Adler). Zusammengesetzt wäre das dann Katzenadler. Das mit dem Adler stimmt so nicht, denn der Bussard gehört zur Familie der Habichtartigen. Aber das mit der Katze lässt sich erklären – der Ruf des Vogels klingt wirklich ein bisschen wie das Miauen einer Katze.

Balztanz am Himmel

Ab Mitte März kann man das Hiääää des Mäusebussards besonders oft hören – dann ist der Vogel mit der Balz beschäftigt. Wer dann dem Geräusch hinterherguckt, kann die Bussard-Paare beim Kreisen am Himmel beobachten. Wenn sich ein Paar gefunden hat, bleibt es übrigens lebenslang zusammen.

Beutetiere werden im Flug gegriffen

Lebensraum des Mäusebussards sind Wälder und Parks mit ausreichend offenen Landschaften für die Jagd nach Mäusen (vor allem Wühlmäusen), kleinen Vögeln, Fröschen und anderem kleinen Getier – er greift die Beutetiere aus der Luft an. Auch Aas steht auf seinem Speiseplan, deshalb sieht man ihn häufig auf Zaunpfählen neben Autobahnen, wo er auf verunglückte Tiere wartet.

Nach zehn Wochen können die Jungen fliegen

Zum Brüten sucht sich der Mäusebussard Bäume am Waldrand, das Nest baut er in Astgabeln. Schon im März beginnen die Weibchen mit der Eiablage, etwa einen Monat später schlüpfen drei bis vier Jungvögel. Und zehn Wochen später können sie schon fliegen! Versorgt werden sie allerdings noch deutlich länger. Und wenn sie selbständig sind, suchen sie sich eigene Reviere in der Nähe der Eltern.

Der Mäusebussard unterliegt dem Jagdrecht

Viele Jahre lang wurde der Bussard wie so viele Greifvögel gnadenlos gejagt. Noch immer unterliegt er dem Jagdrecht, es gibt aber laut EU-Vogelschutzrichtlinie eine ganzjährige Schonzeit. Inzwischen haben sich die Bestände erholt. Allerdings sterben viele Tiere bei Unfällen mit Autos oder durch Stromschläge an Freileitungen. Immerhin schafft es jeder zweite ausgeflogene junge Mäusebussard, zu überleben – eine Seltenheit bei Vögeln.

2,939 total views, 2 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis