„Magie der Moore“ – Film über eine faszinierende Landschaft

Sumpfsaftling
Moorpilz: der Sumpfsaftling ©Nautilusfilm GmbH_polyband Medien GmbH

Es gibt kaum eine Landschaft, die so geheimnisumwoben ist wie das Moor. Etwas Düsteres umgibt sie. Dass man nur wenig über sie weiß, macht sie umso faszinierender. Jetzt gibt es einen Film über sie: „Magie der Moore“ lässt die Zuschauer eintauchen in diese fremde Welt vor unserer Haustür.

500 Drehtage für „Magie der Moore“

Der Naturfilmer Jan Haft, der schon mit „Das grüne Wunder – Unser Wald“ ein intensives Landschaftsporträt gedreht hat, nahm sich Zeit für sein neues Werk. 500 Drehtage an 80 Drehorten (in Deutschland, Finnland, der Tschechischen Republik, Schweden, der Slowakei, Dänemark und Norwegen) brachten 280 Stunden Filmmaterial zutage. Es gibt Zeitraffer und Zeitlupen, Blicke von oben und unten, an Land und im Wasser.

Tiere und Pflanzen des Moores

„Magie der Moore“ zeigt große und kleine Tiere, eindrucksvolle Pflanzen, Pilze wie den knallroten Sumpfsaftling (Foto) und den Kreislauf des Lebens, der sich in dieser Landschaft abspielt. Da tanzen Kreuzottern, bauen Spinnen kunstvolle Netze, balzen Birkhühner und explodieren Sporenkapseln zarter Moospflanzen.

Große Artenvielfalt

Der Film gibt einen Eindruck von der unglaublichen Artenvielfalt der Moore, die weder Wasser, noch Land, weder See, noch Wald sind. Und er zeigt, wie empfindlich und schützenswert dieses Ökosystem ist.

Moose in vielen Formen

Moos ist gleich Moos? Von wegen. Es gibt unglaublich viele Arten. Dungmoos zum Beispiel, das kleine Schirmchen bildet. Torfmoos mit seinen winzigen „Bäumchen“. Flächig wachsendes Hornmoos. Frauenhaarmoos, das jeder schon mal im Wald gesehen hat, wo es zum Beispiel wie ein grüner Teppich auf Baumstümpfen wächst. Quellmoos, dessen Lebensraum langsam fließende Gewässer sind. Oder Goldhaarmoos, das eiförmige goldgrüne Sporenkapseln bildet. Allein Moose zeigen eine faszinierende Vielfalt, die man meist kaum wahrnimmt – die Kamera aber geht ganz dicht heran und zeigt diesen Mikrokosmos ganz groß.

Typische Moorpflanzen

Neben unzähligen Insekten leben auch größere Tiere im und am Moor. Vögel und Schlangen, zum Beispiel, und sogar Bären suchen gelegentlich die Nähe der Moore, um dort zu jagen. Der Film zeigt aber auch typische Moorpflanzen wie das Wollgras und den Sonnentau, der mit seinen klebrigen Tentakeln Insekten fängt.

Wertvoller CO2-Senker

Moore sind gewaltige CO2-Speicher. Sie bedecken nur drei Prozent der Erdoberfläche, speichern aber beinahe ein Drittel des erdgebundenen CO2! Umso wichtiger ist es, diesen Landschaftstyp stärker zu schützen – er ist der billigste Treibhausgas-Senker, den es überhaupt gibt.

Auf Blumenerde mit Torf bitte verzichten!

Der Abbau von Torf sollte also endlich der Vergangenheit angehören. Und jeder Gartenbesitzer, Balkongärtner und Blumenliebhaber sollte ab sofort nur noch torffreie Blumenerde kaufen. Die gibt es längst überall und ist auch nicht viel teurer als die konventionelle Erde!

Unheimliche Moorleichen

A propos Torf. Der bildet sich aus organischer Substanz, etwa un- oder nur teilweise zersetzten Pflanzenresten und wächst in Schichten. Und jetzt kommt der Teil, der erklärt, warum Moore als unheimlich gelten: Immer wieder werden im Moor perfekt erhaltene Leichen entdeckt. Das saure Milieu und das Fehlen von Sauerstoff konserviert die Körper – es gab schon Funde von über 2000 Jahre alten Moorleichen.

Versinken im Moor ist ein Mythos

Dazu passen Gruselgeschichten von Menschen, die vom Weg abkamen und im Moor versanken. Wissenschaftler widerlegen das inzwischen. Es heißt, man kann im Moor mit seinen mal festen, mal dünnflüssigen Untergründen zwar einsinken, aber aus physikalischen Gründen nicht versinken. Die Moorleichen, so wird angenommen, waren Opfergaben für Götter, wurden im Moor bestattet oder waren Mordopfer. Betreten sollte man Moore aber trotzdem nicht, denn sie sind äußerst trittempfindlich – die meisten sind aus gutem Grund geschützt.

Traumhafte Bilder einer besonderen Landschaft

„Magie der Moore“ erzählt auch, wie sich Moore regenerieren und nachwachsen und wie sich Tiere an diesen Lebensraum anpassen. Vor allem aber zeigt der Film unglaublich schöne Bilder einer faszinierenden Landschaftsart.

„Magie der Moore“: Hier kann man den Film sehen

Sprecher des Films ist übrigens der Schauspieler Axel Milberg. Zu sehen ist das Werk zurzeit  im Cinemaxx, im Filmtheater am Friedrichshain, im Kant Kino, Kino in der Kulturbrauerei, der UCI Kinowelt Colosseum und in der Passage. Weitere Infos und Zeiten unter www.magiedermoore.derfilm.de

Unter dem folgenden Link finden Sie einen Trailer zum Film

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