Die Marienkäferlarve: Monsterchen mit Appetit auf Blattläuse

Marienkäferlarve
Marienkäferlarve

„Kleider machen Leute“ –  das gilt auch für Tiere, wie es scheint. Denn während das Monsterchen auf dem Foto nicht allzu viel Sympathie abbekommt, sorgt es nur ein paar Wochen später für Entzücken. Des Rätsels Lösung: Es ist eine Marienkäferlarve. Allerdings gilt das mit der fehlenden Sympathie nicht für Gartenbesitzer. Die freuen sich nämlich sehr über den krabbelnden Besucher, den man auch in der Natur in Berlin sehen kann. Denn er tut etwas, was alle Gärtner glücklich macht: Er befreit sie (oder vielmehr ihre Pflanzen) von Blattläusen und Mehltaupilzen. 

Eine Marienkäferlarve verputzt bis zu 3000 Läuse

Dabei ist die Marienkäferlarve wirklich fleißig: Eine einzige vertilgt bis zu 3000 Läuse – ähnlich wie die ebenso blattlaushungrige Florfliege. Und das, obwohl sie nur ungefähr 15 Millimeter lang ist. Es gibt viele Varianten der Käferlarve, weil es auch viele Marienkäferarten gibt. Am bekanntesten hierzulande ist der Siebenpunkt-Marienkäfer, zu den verbreiteten gehört aber auch der eingewanderte Asiatische Marienkäfer. Das Foto zeigt eine Larve des Siebenpunkts.

Punkte auf dem Rücken

Es ist nicht einfach, sie zu unterscheiden – der Asiatische ist auch als Larve ein bisschen intensiver gefärbt, beim Siebenpunkt kann man aber immerhin schon einige Punkte auf dem Rücken erkennen. Ansonsten ist die Larve dunkelbraun bis schwarz und dank ihrer wellenartigen Körperform mit schwarzen oder roten Warzen gut zu identifizieren. Wer also eine im Garten oder auf dem Balkon sieht: gut drauf aufpassen!

Vom kleinen Monster zum Glücksbringer

Die Marienkäferlarven schlüpfen ab Mitte Mai und brauchen dann bis zu 60 Tage, um sich weiterzuentwickeln. Dazu gehören mehrere Häutungen. Bevor die letzte Häutung beginnt, kleben sie ihren Hinterleib irgendwo an Blättern fest und ziehen sich dann im wahrsten Sinn des Wortes die Haut ab. Damit ist die Entwicklung zum Käfer aber noch nicht abgeschlossen, denn zu der Zeit werden sie zur Puppe, aus der nach neun Tagen der Siebenpunkt schlüpft und seine Karriere als anerkannter Glücksbringer beginnt.

Schon früher als Schädlingsvernichter bekannt

Ähnlich wie der vierblättrige Klee ist der hübsche Käfer ein Motiv für Postkarten, und sogar eine Briefmarke schmückte er schon. Seinen Namen verdankt das Insekt den Landwirten, die früher glaubten, es sei ihnen von der Jungfrau Maria übersandt worden. So war es also schon früher als Schädlingsvernichter beliebt.

Die Marienkäferlarve – nützlicher Helfer im Garten

Wer Marienkäferlarven in seinem Garten oder auf dem Balkon findet, der kann sich freuen und muss sich keine Gedanken mehr um Blattläuse machen. Aber falls die Larven ihren Weg zu den Schädlingen nicht allein finden, kann man auch ein bisschen nachhelfen, denn man kann die Insektenlarven als biologische Schädlingsbekämpfer in ausgewählten Gartencentern auch kaufen. 30 Stück kosten ungefähr zehn Euro. Einfach auf die Pflanzen setzen und abwarten….

1,920 total views, 1 views today


2 thoughts on “Die Marienkäferlarve: Monsterchen mit Appetit auf Blattläuse”

  1. Hallo Silke, du schreibst, Insektenlarven gibt es auch in Gartencentern zu kaufen. Weißt du zufällig wo? Ich wohne in Berlin und brauche am besten sofort Marienkäferlarven. Ich finde allerdings immer nur Angebote zum Versand im Netz, bei denen ich ca. 5 Tage warten muss. Ich freue mich auf deine Antwort. Liebe Grüße, Tanja

    1. Liebe Tanja,
      das stimmt, aber die Chancen sind leider nicht sehr gut. Ich habe mal welche bei Rothe in Zehlendorf gesehen, aber ich bin nicht sicher, ob man die immer noch dort bekommt. Auf alle Fälle gibt es Nützlinge bei Biologische Beratung in der Storkower Str. 55 (biologische-beratung.de). Auch Katz Biotech in Baruth bietet sie an, aber wohl nur online. In Berlin sitzt außerdem Markus Winnig, der Nützlinge verkauft (online zwar, aber da geht es ziemlich fix, insekten-schuetzen-pflanzen.de). Beratung gibt es dort überall auch. Es lohnt sich außerdem, zum Beispiel im Botanischen Garten oder in der Domäne Dahlem nachzufragen, denn die arbeiten auch mit Nützlingen, soweit ich weiß. Wenn Du noch weitere Adressen entdeckst, bin ich für Hinweise sehr dankbar!
      Liebe Grüße von Silke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis