Maroni – die leckeren Früchte der Esskastanie

Die Frucht sieht aus wie eine Kastanie:  eine glänzende Kugel in rotbraun. Aber Feinschmecker geraten ein bisschen aus dem Häuschen, wenn sie sie sehen – denn die Esskastanie, auch Maroni genannt, ist eine Delikatesse. Die gerösteten Früchte bekommt man demnächst wieder auf einigen Weihnachtsmärkten. Grund genug, sich dem Baum einmal etwas genauer zu widmen.

Die Esskastanie ist eine Wärmeliebhaberin

Die Esskastanie gehört (Biologen scheinen es kompliziert zu lieben) zur Gattung der Kastanien und der Familie der Buchengewächse und wurde wahrscheinlich schon zur Römer-Zeit nach Mitteleuropa, damals vor allem in die Weinbaugebiete, gebracht. Der wärmeliebende Baum, der in Berlin in einigen Parks steht, kann bis zu 30 Meter hoch werden, und manche sehr alten Exemplare haben eindrucksvolle Stämme von bis zu sechs Metern Umfang.

Die Blätter haben auf den ersten Blick Ähnlichkeit mit denen der Rosskastanie (mit der die Edelkastanie übrigens nicht verwandt ist) – sie werden bis zu 30 Zentimeter lang und leicht oval. Aber sie sind nicht, wie bei der Rosskastanie, zu mehreren fingerförmig angeordnet. Die Blüten sind klein und hängen an einem 15 Zentimeter langen Blütenstand.

Edle Früchte in wehrhafter Hülle

Die Früchte bilden sich in einem Fruchtbecher, der mit richtig spitzen Stacheln bewehrt ist. Und sich öffnet, sobald die Kastanien reif sind. Bis zu drei Früchte stecken in einem Becher (siehe Foto) – und sie sind sehr begehrt bei Eichhörnchen, Vögeln und dem Siebenschläfer. Allerdings müssen die sich beeilen, denn auch Menschen haben eine Vorliebe für die Maroni, die viele Kohlenhydrate, Saccharose, essenzielle Aminosäuren, Kalium, Phosphor und außerdem die Vitamine B2 und B3 enthalten. Fett steckt kaum in den Maroni, aber der Anteil an Linol- und Linolensäure ist vergleichsweise hoch. Der Genuss der leckeren Früchte hilft gegen Verdauungsbeschwerden, wirkt schleimlösend und keimtötend.

Wie man die Esskastanien aus der Schale löst

Früher nannte man Esskastanien aufgrund des hohen Stärkegehalts auch „Brot der armen Leute“ – man verwendete die Früchte als Getreide-Ersatz. Heute sind sie eher ein Genuss für Feinschmecker. Man bekommt sie zum Beispiel in Bioläden und auf Märkten. Vor dem Verarbeiten sollte man sie in einen Topf voll Wasser legen: Die Exemplare, die oben schwimmen, sind nicht mehr gut. Die anderen ritzt man mit einem scharfen Messer ein und backt sie für zehn bis 15 Minuten auf einem Blech. So geht die Schale gut ab und die Früchte werden ganz weich. Als Beilage zu Geflügel- oder Wildgerichten sind Maroni ganz köstlich.

Maroni in der Küche – einfach lecker!

Man kann die Kastanien auch kandieren (in Zuckersirup kochen – als Marrons glacés sind Maroni geradezu legendär), zu Flocken mahlen und als Zutat für Müsli, Nudeln, Gebäck, Honig und sogar Likör verwenden. Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit genießen das Mehl als Getreideersatz. Die einfachste Maroni-Variante bekommt man aber auf Weihnachtsmärkten: Einfach über Feuer gebacken und in einer Tüte serviert – ein Genuss!

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