Meisen lieben die Miniermotte

Die Miniermotte hat einen neuen Feind. Oder anders formuliert: Die Berliner Meisen und  Spatzen haben ein neues Lieblingsessen. Für die Kastanien in der Berliner Natur, die in den vergangenen Jahren sehr unter den Motten gelitten haben, ist das eine gute Nachricht. Und es gibt noch eine zweite: Die Zahl des Schädlings ist in diesem Jahr auch sonst geringer als früher. Das liegt daran, dass seit einigen Jahren im Herbst das Laub, in dem die Puppen der Motte überwintern, verstärkt beseitigt wird. Und in diesem Jahr hat auch noch der lange Winter mit dafür gesorgt, dass weniger Motten geschlüpft sind.

Die Miniermotte befällt hauptsächlich Kastanien

Es sind die Raupen der winzigen Falter, die sich durchs Innere der Blätter hindurchfressen und dabei deutlich erkennbare Fraßgänge hinterlassen. Viele Blätter fallen deshalb schon im Sommer ab. Besonders beliebt bei den aus Südeuropa eingewanderten Motten ist die weißblühende Rosskastanie. Sie stirbt durch den Befall zwar nicht ab, aber sie wird empfindlicher gegen Frost und  Krankheiten.

Proteinlieferant für Berliner Singvögel

Um den Schädling zu bekämpfen, greift man zu chemischen Mitteln – idealerweise solchen, die  weder Menschen noch Vögel oder Nutzinsekten gefährden. Extrakte aus dem Neembaum zum Beispiel sind sehr wirkungsvoll. Außerdem wird das abgefallene Laub gesammelt und vernichtet, um zu verhindern, dass sich die Motte vermehrt. Aber die allerbeste Methode hat die Natur selbst gefunden. Weil die Miniermotte ein Einwanderer ist, gab es bisher keine natürlichen Fressfeinde. Aber inzwischen haben Spatzen, Kohl-  und Blaumeisen (siehe Foto) herausgefunden, dass die Mottenraupen ein wunderbarer Proteinlieferant für ihre Brut sind. Wenn die Vögel einen befallenen Baum entdecken, suchen sie ihn Blatt für Blatt ab. Und die befreite Kastanie? Wirft ihre Blätter erst dann ab, wenn wirklich Herbst ist.

Aktionen gegen die Miniermotte

Wer mithelfen will, die Motte zu bekämpfen, sollte die Kastanienblätter im Herbst einsammeln und vernichten, denn die Puppen der nächsten Generation überwintern im Laub. Verbrennen ist in Berlin allerdings verboten. Kompostieren geht, allerdings muss man das befallene Laub mit einer mindestens 10 Zentimeter dicken Schicht Erde oder Folie vollkommen bedecken, damit Temperaturen entstehen, die das Schlüpfen der Falter verhindert. Einfacher ist es, bei der BSR einen Laubsack zu besorgen (er kostet 3 Euro und fasst 110 Liter) und ihn dann, sehr gut verschnürt, entweder in die Biotonne zu tun oder direkt bei der BSR abzugeben. Dort wird das Laub in einer speziellen Kompostierungsanlage vernichtet.

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