Mink: Zuwanderer mit begehrtem Fell

Der Mink, auch Amerikanischer Nerz genannt, ist ein Überlebenskünstler. Man brachte ihn nach Europa, wo sein Fell zu Pelzen verarbeitet werden sollte. Aber einige Tiere entkamen aus den Pelzfarmen oder wurden freigelassen – und sie fühlten sich in Deutschlands Wildnis so wohl, dass sie sich stark vermehrt haben. Heute ist der Mink längst auch in Brandenburg heimisch.

Der Mink wird bis zu 40 Zentimeter lang

„Neozoen“ nennt die Wissenschaft Tiere, die in andere Gebiete eingewandert sind. Dazu gehören zum Beispiel der Waschbär, die Kanadagans und das Wildkaninchen, aber auch der Mink. Der ist 30 bis 40 Zentimeter lang und hat kurze Beine. Sein seidenweiches, bei Kürschnern sehr begehrtes Fell ist dunkelbraun bis auf einen weißen Fleck am Kinn, gelegentlich auch am Bauch.

Ausgezeichneter Schwimmer

Weil das Tier auch im Wasser jagt, hat es Schwimmhäute zwischen den Zehen. Er ist ein ausgezeichneter Schwimmer und Taucher und ist deshalb auch besonders gern in Wassernähe unterwegs – an Seen und Flüssen, aber auch in Sumpfgebieten. Was er unbedingt braucht, sind dicht bewachsene Uferzonen.

Ein bisschen Ähnlichkeit hat der Mink mit dem Fischotter, und tatsächlich gehören die beiden der gleichen Familie an: den Mardern.

Jagd in der Dämmerung

Sehen kann man den kleinen Räuber nur selten, denn er ist überwiegend während der Dämmerung oder nachts unterwegs. Dann jagt er Fische, kleine Säugetiere wie Spitzmäuse und Bisamratten, Frösche und Wasservögel.

Tagsüber hält er sich in seinem Bau auf, der ein architektonisches Kunstwerk mit bis zu drei Metern Länge ist. Mehrere Eingänge stellen sicher, dass er bei Gefahr einen Fluchtweg hat.

Aggressiv gegen Artgenossen

Gesellig ist der Mink nicht, jedenfalls nicht außerhalb der Paarungszeit. Er reagiert sogar sehr ungehalten, wenn ihm Artgenossen begegnen. Um sie abzuhalten, markiert er sein bis zu 20 Hektar großes Revier mit einem ziemlich stark riechenden Sekret aus seiner Analdrüse.

Paarungszeit ist zwischen Februar und März. Wenig später bringen die Weibchen meist etwa fünf Junge in ihrem Bau zur Welt. Sechs Wochen lang säugt es den Nachwuchs, der im Herbst selbständig wird.

Der Mink verdrängt seinen europäischen Verwandten

Der Mink, der zu den ungefährdeten Arten gehört, ist nicht der einzige Nerz in Deutschland. Es gibt auch noch den mit ihm entfernt verwandten Europäischen Nerz (mit dem er sich allerdings nicht vermehren kann). Der aber ist weitaus seltener, er ist eines der am meisten bedrohten Säugetiere in Europa. Das liegt nicht nur an der Zerstörung seines Lebensraumes und daran, dass auch er wegen seines Fells gejagt wurde, sondern auch am Amerikanischen Nerz. Der hat sich stark verbreitet und den Europäischen Nerz so sehr verdrängt, dass er beinahe ausgerottet wurde.

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