Der Gesang der Nachtigall

Nachtigall
Nachtigall Foto: NABU/Tom Dove

Die Nachtigall ist aus ihrem Winterquartier in Afrika zurückgekehrt. Und unterstützt die anderen Vögel jetzt mit ihrer wunderschönen Gesangsstimme.

Das Gefieder der Nachtigall ist unauffällig

Zu sehen bekommt man den Sänger nur selten. Oder besser: Man übersieht ihn einfach. Denn wenn er den Schnabel hält, ist er ziemlich unauffällig. Sein Gefieder ist auf der Oberseite rötlich-braun, auf der Unterseite weiß-braun. Der Schwanz ist kastanienbraun.

Der Vogel singt auch am Tage

Die ersten Berliner Nachtigallen wurden von Naturschützern vor wenigen Tagen in einer Plattenbausiedlung in Buch und in einer Parkanlage in Lichtenberg gehört. Am Tage. Denn der Name der Vögel ist ein bisschen irreführend. Sie singen nicht nur nachts, vor allem während der Brutsaison.

Bis zu 260 Strophen

Der Gesang ist schwer zu beschreiben. Aber so auffällig, dass Passanten stehenbleiben, um zu lauschen. Der Vogel beherrscht bis zu 260 unterschiedliche Strophen  – Pfeifen, Klagen, Jubilieren, mal Einzel-, mal Doppeltöne, mal kurz, mal lang. Auch knarzen und zetern kann die Nachtigall, wenn es sein muss.

Eine Stimme, die berühmte Künstler inspirierte

Kein Wunder, dass diese Stimme schon viele Künstler inspiriert hat. Ludwig van Beethoven (z.B. „Szene am Bach“ aus der 6. Sinfonie und „Der Gesang der Nachtigall“), Igor Strawinsky („Le Rossignol“) und Frederic Chopin, Shakespeare, Paul Gerhardt und viele andere beschrieben den Gesang des Vogels, der etwa so groß ist wie der Spatz.

Dichtes Unterholz ist die Bühne

Meistens hört man die Nachtigall (Luscinia megarhynchos) nur, denn sie (oder besser: er, denn nur die Männchen singen) tragen ihren Gesang gern aus dichtem Unterholz vor. Bevorzugter Lebensraum sind lichte Laub-, Laubmisch- und Auwälder, Parks, Friedhöfe und Heckenlandschaften.

Sobald sie ein Weibchen gefunden haben, singen die Männchen nur noch, um ihr Brutrevier zu verteidigen.

Zahl der Brutreviere in Berlin sinkt

A propos Brutreviere: Bis zu 1500 davon gab es früher in Berlin, das deshalb auch als Hauptstadt der Nachtigallen bezeichnet wurde. In der Stadt gab es viele Parks und Brachflächen mit Unterholz. Aber jetzt kommt der traurige Teil dieser Geschichte. Denn diese dichten Hecken, die der Vogel zum Brüten braucht, werden in Berlin immer seltener.

Naturnahe Pflege von Grünanlagen ist wichtig

Brachflächen werden bebaut, Parks und Friedhöfe von Hecken befreit. Wirklich naturnahe Grünflächen verschwinden – und damit auch die Nachtigall. Der Nabu fordert deshalb die naturnahe Pflege von Grünanlagen, in denen Laub liegen- und Spontanvegetation stehenbleiben darf.  Damit man den Gesang der Nachtigall auch weiterhin in Berlin hören kann.

Enger Verwandter: der Sprosser

Die Nachtigall hat übrigens noch einen Verwandten, dem sie zum Verwechseln ähnlich sieht: Der Sprosser ist nur ein bisschen dunkler und trägt graue Flecken auf der Brust. Und auch der Gesang ist ähnlich.

Nachtigall-Gesang hören beim „After Work Birding“

Hören kann man beide und noch viele weitere Vögel beim „After Work Birding“ im Großen Tiergarten. Nächster Termin: 3. Mai, 18 bis 20 Uhr, Treffpunkt: Henriette-Herz-Park, Bellevueallee (S-/U-Bhf. Potsdamer Platz)

Gesang einer Nachtigall auf YouTube:

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