Grusel und Natur beim Nachtspaziergang im Humboldthain

So richtig dunkel wird es in Berlin auch in der Nacht nicht. Es sei denn, man geht in den Wald. Dort wird die Großstadt ausgesperrt, und das einzige Licht, das man nach einigen Metern noch sieht, ist der Mond. Die perfekte Kulisse für einen Nachtspaziergang. Zum Beispiel am kommenden Mittwoch im Humboldthain.

Nachtspaziergang mit Bärentouren

Der ist tagsüber nicht weiter unheimlich. Nachts aber, wenn der Mond lange Schatten wirft, es im Laub raschelt und der Waldkauz ruft, dann wird ein Spaziergang zum kleinen Abenteuer. Und nicht nur das: Man kann auch ganz nebenbei etwas lernen. Die Mystik-Führung der Bärentouren setzt zwar ein bisschen auf wohligen Grusel (es geht um Geister und, etwas verspätet, um Halloween), aber die Natur spielt auch eine wichtige Rolle.

Geschichten über Bunker und das Dorf Wedding

Unterwegs erzählen die Stadtführer nicht nur Spannendes über das mittelalterliche Dorf Wedding und die Entstehung der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, außerdem gibt es unerwartete Begegnungen mit Tieren, die dann aktiv werden, wenn die Menschen längst im Bett sind. Auch mit Pflanzen beschäftigt sich die Führung. Schließlich gibt es im Humboldthain einige besondere Bäume und Sträucher.

Die Geheimnisse von Buchs und Eibe

Die Eibe zum Beispiel, ein immergrüner Nadelbaum, der ziemlich giftig ist. Früher hat man aus seinem Holz Pfeile hergestellt. Um sie ranken sich einige Mythen, denen beim Nachtspaziergang nachgespürt wird. Früher nämlich galt die Eibe als Totenbaum und als Schutzbaum vor Hexen. Auch der Buchsbaum ist ein immergrünes Gewächs, mit kleinen festen Blättern. Er enthält Alkaloide und ätherische Öle und wird als Heilmittel gegen Fieber, Rheuma und zur Blutreinigung eingesetzt. Außerdem gilt er als Symbol des Lebens und der Liebe.

Begegnung mit dem Mammutbaum

Auch um den Mammutbaum geht es beim Nachtspaziergang. Der größte Baum der Welt kann über 100 Meter hoch werden (im Humboldthain etwas weniger). Er hat kurze Blätter, die an Nadeln erinnern, und rotbraune Rinde, die bei älteren Bäumen so dick ist, dass sie sogar Bränden standhält. Die jungen Sprossen werden gegen Prostatabeschwerden und Schwächezuständen eingesetzt und gelten als Anti-Aging-Mittel. Der Trompetenbaum schließlich ist ein mittlerweile relativ häufiger Straßenbaum, der ursprünglich aus den USA kommt. Er hat ziemlich große, herzförmige Blätter, trompetenförmige weiße Blüten mit lila-blauen Linien am Schlund und lange, stricknadeldicke Früchte, die vom Baum herabhängen.

Taschenlampe beim Nachtspaziergang nicht vergessen!

Wer beim Nachtspaziergang am 12. November (19-21 Uhr) mit den Bärentouren dabei sein möchte, sollte eine Taschenlampe mitbringen. Start ist am Humboldthain, Eingang Hochstraße (S-Bhf. Humboldthain). Kosten: 15, erm. 13, Kinder 9 Euro. Anmeldung unter Tel. 460 63 788  erforderlich. Info zu den Bärentouren: www.baerentouren.de

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