Nachtwanderung im Grunewald

Nachts fühlt sich die Welt ganz anders an. Auf die Augen kann man sich bei Dunkelheit nicht mehr verlassen. Dafür scheinen die anderen Sinne besser zu funktionieren. Und das sind die besten Voraussetzungen für Grusel und Gänsehaut, denn die Geräusche, die man im Dunkeln hört, beflügeln die Phantasie. Was eine Nachtwanderung schon ein bisschen zum Abenteuer macht. Warum  ich das erzähle? Weil man das jetzt mal (wieder) erleben kann. Bei einer Nachtwanderung im Grunewald.

Nacht im Wald – Begegnung mit lautlosen Jägern

Was ich so spannend finde, ist, wie leise sich manche gar nicht so kleinen Tiere bewegen. Eulen (wie der Waldkauz oder die Schleiereule – siehe Foto unten) zum Beispiel können absolut geräuschlos fliegen – nicht einmal ein Rascheln der Flügel ist zu hören. Das liegt an der besonderen Gestaltung der Federn mit einer Art Zähne, so werden Luftturbulenzen vermieden und der Flug lautlos. Was der Eule sehr zugutekommt, denn sie jagt im Dunkeln, wenn sie sich nicht auf ihre Augen verlassen kann. Würde sie selbst Geräusche machen, entgingen ihr die Bewegungen ihrer Beutetiere. Ganz abgesehen davon, dass die Beutetiere den Angreifer bemerken würden.

Begegnungen bei der Nachtwanderung im Grunewald

Eulen sind nicht die einzigen Tiere, die nachts unterwegs sind. Wildschweine gehören dazu (sie sind aber meistens nicht so lautlos), die Nachtigall (sie trägt die Tageszeit sogar im Namen), der Dachs und – natürlich – die Fledermaus, die ganz eigene Methoden gefunden hat, sich im Dunkeln zu orientieren: mit Ultraschall-Lauten. Diese Geräusche sind ohrenbetäubend laut, fürs menschliche Ohr aber nicht wahrzunehmen.

Geräusche im Dickicht

Bei der Nachtwanderung im Grunewald, die vom Waldmuseum mit Waldschule angeboten wird, konzentrieren sich die Teilnehmer auf die Geräusche im Dickicht. Fledermäuse und Nachtfalter sind im Augenblick nicht unterwegs, aber still geht es auch jetzt nicht im Wald zu – es gibt jede Menge zu hören und sicher auch einiges zu sehen. Die Wanderung am Freitag, 7. Februar, dauert zweieinhalb Stunden. Teilnehmen können Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien. Anmeldung ist erforderlich (Tel. 030/813 34 42 oder waldmuseum-waldschule@web.de). Start: 18 Uhr, Charlottenburg, Königsweg 4, Jagen 57. Erreichbar vom S-Bahnhof Grunewald (S7). Fußweg vom Schmetterlingsplatz auf dem Schildhornweg. Vor der Revierförsterei Eichkamp links abbiegen.

Teilnahme: Kinder 1 Euro, Erwachsene 1,50 Euro, Familien 5 Euro. Bitte keine Taschenlampe mitbringen!

 

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