Nachwuchs bei Familie Wildschwein

Wildschwein
Wildschwein

In der Berliner Natur werden jetzt die ersten Frischlinge geboren. Denn bei den Wildschweinen beginnt die Paarungszeit schon ab November (sie geht bis in den Februar hinein), und nach dreieinhalb Monaten kommen die gestreiften Jungtiere zur Welt.

Bachen verteidigen ihre Jungen energisch

Die ersten kann man schon jetzt im Wald sehen. Näher kommen sollte man ihnen aber auf keinen Fall, denn Wildschwein-Mütter können zu Furien werden, wenn sie ihre Brut in Gefahr sehen. Sie würden durchaus auch Menschen angreifen, wenn die zu nahe kommen. Ein früherer Nachbar von mir hat schon mal eine Attacke einer Bache auf seinen Hund miterlebt, die zwar glimpflich ausgegangen ist, aber dafür gesorgt hat, dass der Mann nie wieder ohne Leine Gassi gegangen ist.

Geburt im Wurfkessel

Das gefleckte Fell der Frischlinge sorgt dafür, dass sie im Wald beinahe gar nicht zu sehen sind, und das hat die Natur durchaus so beabsichtigt. Allerdings ist der Nachwuchs so lebendig und verspielt, dass er sich durch Geräusche bemerkbar macht. Übrigens können die Kleinen sehen und stehen, wenn sie geboren werden, sie sind also ausgesprochene Nestflüchter. Zur Welt kommen sie in einem Wurfkessel – einem mit Gras und Blättern gepolsterten und mit Ästen überdachten Lager, das so positioniert wird, dass es genug Sonne abbekommt.

Hohe Sterblichkeit bei Jungtieren

Anfangs wiegen die Kleinen kaum mehr als ein Kilogramm (ausgewachsene Tiere kommen auf bis zu 200 Kilo!). Maximal dreieinhalb Monate lang werden sie von der Bache gesäugt. Wenn die Bache zu einer Rotte gehört, trennt sie sich von ihr, bis der Nachwuchs groß genug ist, um mit den anderen mittandern zu können. Allerdings überleben viele die ersten Wochen nicht. Oft liegt es an Kälteeinbrüchen oder an Nässe. Aber  viele fallen auch Fressfeinden wie dem Fuchs zum Opfer.

Wildschweine am Alexanderplatz

Trotzdem sind Wildschweine bekanntlich gerade in Berlin sehr häufig. Was auch daran liegt, dass die Bachen das ganze Jahr über empfängnisbereit sein können. In der Großstadt ziehen die Tiere häufig vom Wald auf die Straßen, weil es in der Nähe des Menschen leichter ist, etwas zu fressen zu finden. Sogar am Alexanderplatz tauchten schon mal Wildschweine auf!

Anpassungsfähige Tiere

Die Tiere fressen (fast) alles und passen sich an beinahe jede Gegend an. Mülleimer sind kein Hindernis für sie, nachlässig verschlossene Gartentore auch nicht. Zu fressen finden sie überall etwas. Und sie haben längst gemerkt, dass sie in Wohngebieten nicht gejagt werden. Ihre Vorliebe fürs Wühlen macht sie nicht allzu beliebt – so mancher Gartenbesitzer hat morgens schon eine wirklich hässliche Überraschung erlebt. Inzwischen ist das Füttern der Wildschweine streng verboten, um die Tiere nicht noch mehr anzulocken.

Frischlinge und ihr wechselndes Fell

Das alles ändert nichts daran, dass die Frischlinge wirklich süß sind. Etwa drei Monate lang tragen sie ihr gestreiftes Fell, danach wächst ihnen ein bräunliches Jugendfell. Später, wenn der Winter kommt, schützen sich Wildschweine mit langen dunklen Deck- und feinen Wollhaaren vor der Kälte. 

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