Woher der Neuntöter seinen Namen hat

Neuntöter Vogel
Neuntöter Foto: Nabu/Martin Semisch

Der Neuntöter hat eine Eigenart, die ihm nicht nur seinen Namen eingebracht hat, sondern auch sehr ungewöhnlich ist: Er spießt seine Beutetiere auf Dornen auf. So kann er sie leichter verspeisen.

Neuntöter: Beutetiere werden aufgespießt

Auch Vorräte legt der Vogel, der ein bisschen größer ist als der Spatz, auf diese Weise an. Und wer sich über den Namensteil „neun“ wundert: Den verdankt der Neuntöter dem Aberglauben. Früher nämlich glaubte man, dass der Vogel neun Beutetiere aufspießt, bevor er sie frisst. Heute weiß man es besser: Die Zahl spielt keine Rolle, das Aufspießen schon.

Vorliebe für Landschaften mit viel Gebüsch

Der Neuntöter (Lanius collurio) gehört zur Ordnung der Sperlingsvögel und zur Familie der Würger – und aus dieser Familie ist er das häufigste Mitglied. Wer ihn sehen möchte, sollte sich in Landschaften mit vielen Hecken umsehen. Der Vogel liebt halboffene Landschaften mit Gebüschen, man kann ihm auch an heckenreichen Waldrändern sehen. Im Tegeler Fließtal, das gerade Thema dieses Blogs war, fühlt er sich wohl.

Ein Vogel mit Augenbinde

Verwechseln kann man den Vogel nicht. Das Männchen ist wunderschön gefärbt – Rücken und Schultergefieder sind rostbraun, Oberkopf und Nacken grau. Auffällig ist die schwarze Augenbinde. Auch der Schwanz ist schwarz. Das Weibchen ist wesentlich unauffälliger. Die Oberseite ist rotbraun, der Bauch weiß-braun gemustert. Der Kopf ist rotbraun – eine schwarze Augenbinde trägt das Weibchen nicht. Auffällig bei beiden Geschlechtern ist der Schnabel, der oben einen sogenannten Falkenzahn trägt – perfekt zum Greifen und Aufspießen der Beute.

Jagd auf Insekten und Feldmäuse

Bevorzugte Nahrung des Vogels sind Käfer und Heuschrecken, er verschmäht aber auch junge Feldmäuse und Jungvögel nicht. Von einem Ansitz aus beobachtet er seine Umgebung und verfolgt größere Insekten im Flug. Andere Beutetiere jagt er am Boden.

Der Langstreckenzieher fliegt bis Afrika

Im Moment ist der Neuntöter noch in seinem Winterquartier im tropischen Afrika. Er gehört zu den Langstreckenziehern und macht sich schon im August auf den Weg. Die Altvögel ziehen etwa zwei Wochen vor dem Nachwuchs los, die ersten Neuntöter sind schon im September am Ziel. Im Frühling kehrt er zurück und beginnt mit der Balz. Das Nest entsteht ab Anfang Mai nur etwa einen bis zwei Meter über dem Boden in dichtem, dornigem Gebüsch. Der Nachwuchs schlüpft nach etwa zwei Wochen und bleibt zwei Wochen im Nest. Danach wird er noch einen Monat versorgt – und anschließend ist es für die Altvögel schon wieder Zeit, in den Süden zu fliegen.

Neuntöter: Aufgeräumte Landschaft vertreibt ihn

Noch ist der Neuntöter nicht gefährdet, aber das Entfernen von Hecken und das generelle Aufräumen von Landschaften lässt ihn verschwinden, der Einsatz von Pestiziden ebenfalls. Gartenbesitzer, die ihm helfen wollen, sollte darauf achten, genügend Gebüsche anzulegen und auf Insektizide zu verzichten.

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