Seltene Entdeckung: die Ochsenzungen-Seidenbiene

Ochsenzungen-Seidenbiene
Ochsenzungen-Seidenbiene

Die Ochsenzungen-Seidenbiene ist so selten, dass sie zur Sensation werden kann, wenn sie mal irgendwo auftaucht. Jetzt hat ein Hobbybiologe ein Exemplar der heimischen Wildbiene an den Oderhängen bei Lebus im Osten Brandenburgs entdeckt und fotografiert.

Ochsenzungen-Seidenbiene an den Oderhängen

Dass Wildbienen allgemein selten geworden sind, war ja schon Thema dieses Blogs – mehr als die Hälfte der einheimischen Arten ist stark gefährdet. Grund ist, wie so oft, der fehlende Lebensraum. Die Oderhänge sind ein positives Gegenbeispiel, wie das Auftauchen der Ochsenzungen-Seidenbiene (Colletes nasutus) beweist. Das NABU-Schutzgebiet, in dem im Frühling jedes Jahr die spektakulären Frühlings-Adonisröschen blühen, ist sehr artenreich. Es gibt unzählige Wildpflanzenarten, die die Wildbienen anlocken. Diese Tiere sind, anders als Honigbienen, oft auf eine einzige Pflanze spezialisiert.

Vorliebe für eine bestimmte Pflanze

Bei der Ochsenzungen-Seidenbiene ist es die namensgebende Gemeine Ochsenzunge, die vor allem im östlichen Mittelmeerraum weit verbreitet ist. Das Gebiet an den Oderhängen bietet dem Tier nicht nur dieses Gewächs, sondern auch vegetationsarme Sandböden, in denen es Nisträume bauen kann.

Perfekt an die Ochsenzunge angepasst

Die Ochsenzungen-Seidenbiene wird 12 bis 14 Millimeter lang. Kopf und Rüssel sind verlängert, damit sie den Nektar aus den langen Blütenröhren heraussaugen kann. Unterwegs ist sie etwa zwischen Juni und Spätsommer.

Die Ochsenzungen-Seidenbiene lebt auf Trockenrasen

Dem Hobbybiologen Hans-Jürgen Sessner sind sehr detaillierte Fotos gelungen, mit deren Hilfe die NABU-Experten die Biene gut bestimmen konnten. Die Entdeckung zeigt den Erfolg, den der Schutz bestimmter Gebiete bringen kann. Insgesamt sorgt der NABU in Deutschland für den Erhalt von 4.500 Hektar blütenreichen Wiesen und Weiden. An den Oderhängen sind es die wertvollen Trockenrasen, die noch vor einigen Jahren zuzuwachsen drohten. Zunächst wurde das Gebiet von wucherndem Gehölz befreit und seit 2014 werden die Hänge traditionell beweidet. Eine Folge: Neben seltenen Pflanzen tauchen auch wieder Insekten wie die Ochsenzungen-Seidenbiene auf.

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