Natur-Wanderung durch die Parks Range Berlin

Grasnelke
Grasnelke Foto: Silke Böttcher

Ehemalige Militärgebiete können richtige Naturparadiese sein – und deshalb finde ich auch den Spaziergang mit dem Nabu über das frühere amerikanische Übungsgelände „Parks Range“ Berlin in Lichterfelde sehr spannend, bei dem man am 16. Mai mitmachen kann.

Parks Range Berlin – bis 1994 Militärgebiet

Das amerikanische Militär hatte das Gelände in der Nähe der Osdorfer Straße von 1953 bis 1994 genutzt, und dort herrschte höchste Geheimhaltung. Man wusste von einer Häuserkampf-Anlage, die es dort gab, und in der Soldaten das Kämpfen in Stadtgebieten übten. Sie hatte etwas von einer Geisterstadt – sogar einen nachgebauten U-Bahnhof gab es, samt Gleis und Waggon. Und man hörte auf dem Gelände Schüsse und die Geräusche von Panzern.

Seltene Tier- und Pflanzenarten

Als die Soldaten 1994 abzogen, übernahm die Natur das Regiment auf dem 100 Hektar großen Gebiet. 861 Tier- und Pflanzenarten haben sich seither angesiedelt, darunter auch seltene und besonders geschützte FFH-Arten (FFH steht für Flora-Fauna-Habitat. Infos: www.ffh-gebiete.info). Bei dem Spaziergang kann man nicht nur einigen davon begegnen, sondern auch sehen, wie sich die Natur entwickelt hat.

Wanderung über Trockenrasen und Weidelandschaften

Entstanden sind Trockenrasenflächen und abwechslungsreiche Weidelandschaften mit Rückzugsmöglichkeiten für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten. Lothar Gelbicke, der die Neugierigen über das Gelände führt, weiß viel über die heimische Vogelwelt und über die anderen Bewohner der Flächen. Zu den seltenen Pflanzen, die auf dem Gelände gefunden wurden, gehören die Flatter-Ulme, das Zierliche Tausendgüldenkraut, die Gemeine Grasnelke (Foto) und der Feld-Beifuß, zu den Tierarten der Moorfrosch, die Knoblauchkröte, der Große Feuerfalter und die Zwergfledermaus.

Diskussionen um die Zukunft des Geländes

Die Zukunft der Parks Range ist noch nicht ganz klar. Das Gelände gehört dem Bauunternehmer Klaus Groth, der auf einem Teil des Geländes bis zu 2700 Wohnungen bauen will. Das Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde-Süd wiederum will die Natur erhalten und zugänglich machen, das dort vorhandene Gewerbe erhalten, Sport- und Spielflächen schaffen und spricht sich für die Schaffung bezahlbaren neuen Wohnraums aus. Seit 22. April läuft ein Bürgerbegehren, für das 7000 Unterschriften zusammenkommen müssen (Infos über das Aktionsbündnis: www.pruefstein-lichterfelde-sued.de)

Parks Range Berlin – Spaziergang mit dem Nabu

  • Termin: 16. Mai, 8 Uhr (Dauer: 2 Stunden)
  • Ort: S-Bahnhof Lichterfelde-Süd, Ausgang Réaumurstraße/Buswendeschleife (S25, Bus M85, 186, 284)
  • Bitte festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung tragen

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