Fleißige Pelzträgerin: die Hummel

Hummel an einer Distel Foto: Silke Böttcher
Hummel an einer Distel Foto: Silke Böttcher

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Hummeln aufgrund ihres Gewichtes und der kleinen Flügel eigentlich gar nicht fliegen können dürften. Denn die Gesetze der  Aerodynamik besagen, dass ein Wesen mit 1,2 Gramm Körpergewicht und einer Flügelfläche von 0,7 Quadratzentimetern unmöglich vom Boden abheben kann. Doch was tut die Hummel? Sie weiß von nichts. Und fliegt. Den Beweis sieht man im Sommer überall in der Natur in Berlin.

Neue Erkenntnisse über die Hummel

So ganz stimmt das mit der Hummel und der Aaerodynamik aber nicht. Die Wissenschaftler hatten nämlich bei ihren Berechnungen vergessen, dass Insektenflügel schlagen und nicht wie beim Flugzeug starr sind – und damit einen ganz anderen Auftrieb haben als Flugzeuge. Ein Wirbel und Unterdruck spielen dabei eine Rolle. Womit bewiesen wäre, dass Hummeln also doch fliegen können, und zwar ganz offiziell.

250 Hummelarten gibt es

Hummeln sind auch sonst sehr interessante Geschöpfe. Sie sehen den Bienen ein bisschen ähnlich – und sie gehören auch zu den Bienen. Aber sie sind deutlich runder als ihre Verwandten. Sie tragen Pelz, dessen Farbe Variationen von schwarz und gelb enthält, und ihr Summen ist so laut und eindrucksvoll, dass es den Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow zu seinem weltberühmten Stück „Hummelflug“ inspiriert hat. Weltweit gibt es ungefähr 250 Hummelarten, in Deutschland sind es 36, darunter 16, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Ab und zu sieht man dicke Erdhummeln, die ihrem Namen alle Ehre machen: Sie leben in Erdlöchern.

Honig von Hummeln

Wie die Bienen produzieren auch die Hummeln Honig (einen ziemlich dickflüssigen), aber weil ein Hummelvolk deutlich kleiner ist als ein Bienenstaat, sammelt es auch wesentlich weniger, und außerdem braucht es den Honig für seine Brut.

Kein Problem mit schlechtem Wetter

Wenn man es ganz streng nimmt, sind Hummeln sogar noch ein bisschen fleißiger als Bienen, denn sie sind viel länger auf Nahrungssuche, weil ihnen kühlere Temperaturen wenig ausmachen. Manchmal sind sie 18 Stunden am Stück unterwegs und bestäuben in dieser Zeit 1000 Blüten!  Schlechtes Wetter hindert sie nicht am Nektar-Sammeln. Ihr Fleiß hat einen Grund: Weil ihre Vorräte kleiner sind, müssen sie häufiger fliegen, um ihr Volk zu versorgen. Die Natur profitiert davon, besonders in eher feuchten Sommern. Bei kühlem Wetter fliegen Bienen nämlich nicht, und dann sind sie für die Bestäubung vieler Pflanzen noch wichtiger.

Die Hummel ist ein friedfertiger Stachelträger

Stechen kann die Hummel übrigens auch. Aggressiv ist sie allerdings überhaupt nicht, sie sticht nur, um sich zu verteidigen, und sie versucht es auch vorher mit anderen Abwehrreaktionen. Ihr Stich kann schmerzhaft sein, gefährlich ist er aber höchstens für Allergiker. Anders als bei einer Biene bleibt der Stachel auch nicht stecken und die Hummel  überlebt die Attacke. Zum Glück.

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