Pflanzen, die mit Samen schießen

Storchschnabel Frucht
Frucht eines Storchschnabels Foto: Silke Böttcher

Pünktlich zu Silvester fällt mir ein, dass auch Pflanzen schießen können. Anders als wir Menschen tun sie das aber natürlich nicht zum Vergnügen, sondern um ihre Art zu verbreiten. Sie schleudern ihre Samen durch unterschiedliche Mechanismen weit von sich, um sicherzustellen, dass der Nachwuchs genug Abstand hat.

Samen vieler Pflanzen werden weggeschleudert

Einige solcher  Pflanzen waren schon Thema dieses Blogs. Das Springkraut zum Beispiel. Wenn man auf die gurkenartigen Früchte drückt, wird ein Mechanismus ausgelöst, der die Samen wegschleudert. Es funktioniert aber auch ohne menschliche Hilfe: Sobald die Früchte reif sind, steigt der Zellsaft-Druck und bringt die Wände der „Gurke“ zum Anschwellen. Irgendwann ist ein bestimmter Punkt erreicht und sie geben nach und reißen auf.

Auch das Wiesenschaumkraut „schießt“

Saftdruckstreuer nennt man diese Pflanzen, und die Fähigkeit des Wegschleuderns der Samen wird als „Ballochorie“ (griech. Ballein – werfen und chora – Raum) bezeichnet. Auch das Wiesenschaumkraut, das manche Wiese in Brandenburg im Frühling weiß oder zartrosa färbt, beherrscht das Wegschleudern auf diese Art, ebenso die Zaubernuss. Einige Pflanzen schießen die Samen gleich mehrere Meter weit.

Botanische Scharfschützen

Eine andere Methode hat mit Trockenheit zu tun. Austrocknungsstreuer heißen die Pflanzen, bei denen das Gewebe der Früchte erst austrocknen muss. Dabei zieht es sich zusammen und der Samen wird herausgeschleudert. Viele Storchschnabel-Arten verbreiten sich auf diese Art, außerdem einige Hahnenfußgewächse, die Frühlings-Platterbse, die Lupine und der Ginster – diese Pflanzen schießen ebenfalls „trocken“. Angst vor den botanischen „Scharfschützen“ muss aber übrigens niemand haben – die Wucht reicht nicht aus, um Mensch oder Tier zu verletzen.

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