Westenknöpfe am Wegrand: der Rainfarn

Rainfarn Foto: Silke Böttcher
Rainfarn Foto: Silke Böttcher

Es soll ja Leute geben, die den Rainfarn Unkraut nennen. Aber das hat er nun wirklich nicht verdient. Im Moment schmücken seine gelben Blüten überall die Wegränder in der Berliner Natur. Die Blütenkörbchen der Pflanze tragen auch den Spitznamen Westenknöpfe – und das passt wunderbar, denn sie sehen wirklich wie Knöpfe aus. Wer einen davon abpflückt, dem steigt der ätherische Duft in die Nase. Ein Duft übrigens, den nicht alle angenehm finden.

Rainfarn, ein tolles Mittel gegen Motten

Kleidermotten zum Beispiel können den Geruch von Rainfarn nicht ertragen – wer die ungebetenen Gäste loswerden möchte, kann die getrockneten Blüten in ein Leinensäckchen einnähen und in den Kleiderschrank hängen. Auch Kartoffelkäfer werden von dem Geruch abgewehrt. Andere Tiere wiederum lieben den Rainfarn. Verschiedene Raupen und Käfer ernähren sich von der Pflanze oder leben auf ihr.

Die Pflanze ist unverwechselbar

Erkennen kann man den Rainfarn (Tanacetum vulgare L.), der locker hüfthoch und höher werden kann, leicht. Seine gefiederten Blätter und die Dolde aus Blütenkörbchen sind beinahe unverwechselbar. Und den Duft hatte ich ja schon erwähnt.

Vorliebe für Brachflächen

Die Pflanze, die zu den Korbblütlern gehört, wächst gerne auf Brachflächen, Dämmen und an Wegrändern (die auch als Wegraine bezeichnet werden, was der Pflanze den Namen beschert hat – der Zuname Farn hängt mit der farnartigen Form der Blätter zusammen). Sie mag die Sonne und richtet ihre Blätter ziemlich genau nach Süden aus. Die Blütezeit ist von Juni bis September und ist ein Fest für Insekten.

Übrigens wird Rainfarn auch als Färbepflanze für Stoffe und Wolle eingesetzt. Er gibt (versetzt mit dem Beizmittel Alaun) einen sattgelben Farbton, mit anderen Mitteln wird er dunkelbraun.

Rainfarn: Vorsicht beim Anfassen

So schön der Rainfarn ist: Ein bisschen vorsichtig sollte man mit ihm sein, obwohl er auch als Heilpflanze gegen unterschiedliche Beschwerden verwendet wird – früher wurde er zum Beispiel als Mittel gegen Wurmbefall eingesetzt. Aber manche Menschen reagieren allergisch, wenn sie ihn berühren. Heutzutage wird er vor allem in der Homöopathie eingesetzt.

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