Spannendes über den Reiherschnabel

Gewöhnlicher Reiherschnabel
Gewöhnlicher Reiherschnabel Foto: Silke Böttcher

Der Gewöhnliche Reiherschnabel ist eine dieser Pflanzen, die man gerne übersieht. Dabei ist sie ziemlich häufig, und man könnte ihre Blüte an geschützten Stellen sogar im Winter sehen. Denn sie hält sich nicht immer an die vorgeschriebenen Blütezeiten.

Der Reiherschnabel liebt Brachflächen

Der zu den Storchschnabel-Gewächsen gehörende Reiherschnabel wird meistens nur etwa zehn bis 20 Zentimeter hoch, manchmal kommt er auf Kniehöhe. Der Stängel hat feine Haare und die Blätter sind zart gefiedert. Sehen kann man die sonnen- und wärmeliebende Pflanze vor allem an Wegrändern und auf Brachflächen, gerne auch auf Sand.

Früchte wie lange Schnäbel

Seinen Namen verdankt der Reiherschnabel seinen Früchten, die ziemlich eindrucksvoll sind: Sie werden bis zu vier Zentimeter lang und sehen aus wie spitz zulaufende (Reiher-)Schnäbel. Die Größe des Fruchstandes ist erstaunlich, denn die rosafarbenen Blütensterne mit den fünf Blättern sind nur ungefähr einen Zentimeter lang.

Samen mit langen Grannen

Bei der Verbreitung ist der Reiherschnabel nicht nur originell in der Form seiner Früchte, sondern auch sehr raffiniert. Die an langen Grannen hängenden Samen sind um eine Art Mittelsäule im „Schnabel“ gelegt, und wenn sie reif werden, dann lösen sich die Grannen von dieser Säule und schleudern die Samen weg.

Die Verbreitungsmethode des Reiherschnabels

Danach passiert etwas Interessantes: Bei trockenem Wetter rollen sich die Grannen wie Korkenzieher zusammen, bei Feuchtigkeit werden sie wieder lang. Auf diese Weise „bohren“ sich die Samen nach und nach in den Boden hinein. Widerhaken verhindern, dass die Samen wieder an die Erdoberfläche gelangen. Kein Wunder, dass der Reiherschnabel auch zu den Pionierpflanzen gehört.

Diese Methode der Samenverbreitung ist uralt – es wurden schon versteinerte Samen und Früchte entdeckt, die aus dem Tertiär (dieses Zeitalter begann vor 65 Millionen Jahren) stammen.

Wann der Reiherschnabel blüht

Blütezeit des Reiherschnabels ist zwischen April und September, woran sich der Reiherschnabel allerdings nicht immer hält. Er braucht ausreichend feuchten Boden, um zu blühen. Die Früchte erscheinen dann ab August.

Selten ist die Pflanze nicht, und sie hat auch schon ihren Weg in die Gärten gefunden: auf eigene Faust durch ihre raffinierte Verbreitungsmethode und als kultivierte Pflanze, die man kaufen kann. Weltweit gibt es übrigens bis zu 75 Arten der Gattung Reiherschnabel, die meisten davon wachsen in Europa.

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