Schönheit im Garten: der Rosenkäfer

Rosenkäfer
Rosenkäfer

Vor ein paar Tagen ist mir ein Rosenkäfer begegnet. Wobei begegnet nicht das richtige Wort ist. Er saß im Botanischen Garten auf der Blüte einer Kratzdistel und und war sehr damit beschäftigt, Nektar zu fressen. Dass sich direkt neben ihm zwei kleinere Käfer paarten, störte ihn nicht im Geringsten. Er hatte zu tun. Was ihn zu einem sehr geeigneten Fotomodell machte!

Der Goldglänzende Rosenkäfer war Insekt des Jahres 2000

Es war vermutlich ein Goldglänzender Rosenkäfer, auch als Gemeiner Rosenkäfer bekannt. Möglich wäre auch der Bronzegrüne Rosenkäfer, aber der ist in Berlin und Brandenburg extrem selten. Der Goldglänzende, Insekt des Jahres 2000, ist auch nicht wirklich häufig und gehört zu den geschützten Arten in Deutschland.

Bronzegrüngoldener Rücken

Der Käfer wird bis zu zwei Zentimeter lang. Auffällig ist der bronzegrün-goldfarben glänzende Rücken. Manche Exemplare sind auch wirklich golden, blaugrün oder sogar blauviolett. Man erkennt auch einige helle Flecken.

Von anderen Insekten lässt er sich nicht stören

Sehr lebhaft ist der Rosenkäfer nicht, bei seiner Mahlzeit lässt er sich viel Zeit. Und „grast“ sie seelenruhig von einer bis zur anderen Seite ab. Dass er sich seine Blüte nicht nur mit den beiden kleineren Käfern (auf dem Foto zu sehen), sondern zeitweise auch mit einer Hummel teilen musste, störte ihn nicht weiter. Er ließ es sogar zu, dass eine Ameise über seinen Rücken krabbelte. Scheu also ist er nicht. Allerdings ist sein Panzer auch so dick, dass er keine Angreifer fürchten muss. Sogar einen Sturz, habe ich gelesen, übersteht er ohne Blessuren.

Vorliebe für Rosen

Eine besondere Vorliebe hat der Käfer für Rosen (daher auch sein Name), aber auch auf Holunder-, Weißdorn- oder Obstblüten kann man ihn sehen.. Aber auch Korbblütler wie die Kratzdistel auf dem Foto lehnt er nicht ab. Neben Nektar und Pollen mag er auch Pflanzensaft – man kann ihn zum Beispiel an verletzten Pflanzen sehen. Oder an reifen Früchten. Großen Schaden richtet er aber nicht an.

Der Engerling des Käfers ist ein Helfer im Komposthaufen

Unterwegs ist der Rosenkäfer zwischen April und Oktober. Vorher lebte er ein bis zwei Jahre als Larve und Puppe. Seine Larve wird übrigens als Engerling bezeichnet (der Name kommt aus dem Mittel- bzw. Althochdeutschen und bedeutet „kleiner Wurm“). Auch Maikäfer- und Nashornkäfer-Larven heißen Engerling. Die Larven des Rosenkäfers leben in morschen Bäumen, aber auch in Komposthaufen. Sie sind etwa fünf Zentimeter lang und stark gekrümmt. Anders als die sehr ähnlichen Engerlinge des Maikäfers strecken sie sich, wenn sie vor Angreifern fliehen, während die Maikäferlarven gekrümmt bleiben.

Nicht mit dem Maikäfer verwechseln

Die Unterscheidung ist deshalb wichtig, weil der Maikäfer-Engerling als Schädling gilt, der sich auch von lebenden Baumwurzeln ernährt und es sogar schaffen kann, eine ausgewachsene Buche absterben zu lassen. Der Rosenkäfer-Engerling dagegen ernährt sich ausschließlich von Pflanzenresten und verrottendem Holz und ist überaus nützlich: Er hilft bei der Zersetzung des Pflanzenmaterials. Wenn der fertige Käfer geschlüpft ist, braucht er einige Wochen, bis der Panzer komplett ausgehärtet ist.

Rosenkäfer lieben die Sonne

Übrigens ist das Tier ein echter Sonnenanbeter. An kühlen Tagen ist der Rosenkäfer ziemlich unbeweglich, bei warmem Wetter fliegt mit tiefem Brummen zu seinen Nektarpflanzen. Im Flug kann man seine zarten Hautflügel unter den grünglänzenden Flügeldecken sehen – ein spektakulärer Anblick.

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