Rosmarin – edles Gewürz mit heilenden Kräften

 

Rosmarin ist eine dieser Pflanzen, die den Sommer zurückbringt. Wenn man an den nadelartigen Blättern reibt, fühlt man sich sofort ans Mittelmeer versetzt – der Duft, den sie verströmen, ist intensiv und würzig. Was Rosmarin zu einem Multitalent in der Küche und in der Hausapotheke macht.

Rosmarin: Ein Duft wie Eukalyptus und Kampfer

Wer nicht genau hinschaut, könnte Rosmarin mit dem Lavendel verwechseln. Die länglichen Blätter und auch die Blüten haben tatsächlich ein bisschen Ähnlichkeit. Beide gehören zu den Lippenblütlern (wie übrigens auch das Basilikum). Im Duft aber unterscheiden sich die beiden Gewürzpflanzen ziemlich: Rosmarin riecht bitter-harzig, ein bisschen wie eine Mischung aus Eukalyptus und Kampfer.

Woher der „Meertau“ seinen Namen hat

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) bedeutet übersetzt Meertau (ros = Tau; marinus = Meer), und hat vermutlich mit dem Lebensraum der Pflanze zu tun. Sie wächst in der Mittelmeer-Region nämlich gern an der Küste. Es gibt auch noch andere Vermutungen, woher der Name kommen könnte, aber mir gefällt diese am besten.

Die Pflanze ist ein kräftiger Strauch, dessen Nadelblätter auch im Winter grün bleiben. Er wird meist etwa kniehoch. Die Blüten sind hellblau oder rosafarben, manchmal auch weiß, und haben die typische Lippenblütenform.

Ein Mittelmeerbewohner, der Wärme liebt

Ursprünglich ist der Rosmarin ein Mittelmeerbewohner und dort oft Teil der üppig wuchernden Macchia. Aber in Mitteleuropa fühlt er sich auch sehr wohl. Immerhin kam er schon vor vielen hundert Jahren in den kühleren Norden und wurde dort kultiviert. Allerdings ist er ein Sonnen- und Wärmeanbeter, der im Winter draußen eine Schutzhülle braucht, weil er die Kälte nicht verträgt. Aber auch auf der Fensterbank kann man ihn züchten. Sobald man ein Nadelblatt abzupft, verbreiten sich die ätherischen Öle in der Luft.

Bestandteil von Kölnisch Wasser

Auch in Parfums findet sich dieser Duft: Rosmarin-Öl ist zum Beispiel im berühmten Kölnisch Wasser enthalten. In ein Bad gegeben, lockert es Muskeln, hebt die Stimmung und macht wach.

Pflanze mit Heilkräften

Überhaupt hat Rosmarin viele positive Wirkungen: Er hilft gegen Verdauungsbeschwerden, Husten, Kreislaufschwäche, Kopfschmerzen und Erschöpfung, man setzt es gegen rheumatische Beschwerden und Appetitlosigkeit ein. Aufgegossen als Tee, angesetzt mit Wein oder als Tinktur entfaltet die Heilpflanze ihre Wirkung.

Rosmarin in der Küche

In der Küche ist das Gewürz mindestens genauso gut einzusetzen. Allerdings sollte man es mit Bedacht verwenden, denn es würzt ziemlich stark. Oft ist es in den berühmten Kräutern der Provence enthalten. Es passt gut zu Fleisch und Gemüse, aber sogar Süßspeisen kann es veredeln.

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